Hollabrunner Polit-Comeback mit einem Parteiwechsel. Stefan Schnepf möchte sich in seiner Heimatregion einbringen und fühlt sich dabei bei den Grünen besser aufgehoben.

Von Sandra Frank. Erstellt am 05. Juli 2019 (06:51)
Franz Enzmann
Tierfreund Stefan Schnepf wurde in der Hollabrunner NÖN-Redaktion auch von einem Entlein begrüßt.

Der Hollabrunner Stefan Schnepf kandidiert, wie berichtet, im Nationalratswahlkreis 3a an sechster Stelle für die Grünen. Viele ordnen seinen Namen aber einer anderen Fraktion zu, nämlich den Roten. Das stimmte bis vor Kurzem auch: Schnepf stammt aus sozialdemokratischem Haus, war in Pernersdorf nach dem Zivildienst sogar von 2005 bis 2010 für die SPÖ im Gemeinderat. 2015 stand er in Hollabrunn auf der SPÖ-Liste von Werner Gössl an neunter Stelle.

„Es gibt viele Übereinstimmungen“ bei den Themen

Warum der ÖBB-Reiseberater nun die politische Heimat wechselte? Seit letztem Herbst reize es ihn wieder, etwas für die Stadt Hollabrunn zu tun. Die Umweltpolitik ist dem gelernten Gärtner sehr wichtig und er wurde auf Landtagsabgeordneten Georg Ecker aufmerksam. „Es gibt viele Übereinstimmungen“, habe sich in Gesprächen mit den Grünen herausgestellt. Themen wie Abholzung und Flächenversiegelung, die ihn beschäftigen, seien eher Sache der Grünen.

Als er nach längerer Zeit wieder einmal eine Gemeinderatssitzung besuchte, befand der 34-Jährige: „Es hat sich gar nichts verändert. Die Mehrheitspartei fährt über alles drüber.“ Schnepf will sich im Gemeinderat einbringen und wird darum auch hier auf der Liste der Grünen zu finden sein.

Das Thema Nordwestbahn beschäftigt und ärgert den ÖBB-Bediensteten ebenso. Er ist als Pendler selbst betroffen, wenn ein Gegenzug in Göllersdorf abgewartet werden muss und es zu Verspätungen kommt. Er wünscht sich, dass der Verkehr von der Straße auf die Schiene gebracht wird. Doch beim derzeitigen Zustand – ständige Verspätungen, ausfallende Klimaanlagen – sei das kaum vermittelbar. „Wir wollen unsere Umwelt für die Zukunft erhalten. Da wäre es natürlich g’schickt, den öffentlichen Verkehr auszubauen.“

Der Tierschutz ist dem 34-Jährigen ebenfalls ein großes Anliegen. So hat er selbst einem Hund aus einem spanischen Tierheim ein Zuhause in Hollabrunn gegeben.