Ein lehrreicher Dienst: Aufgabe der Schöffen. Wenngleich er „nur“ Ersatz war: Stefan Kramer verfolgte Gerichtsverhandlung aus Blickwinkel eines Schöffen.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 05. August 2020 (03:03)
Symbolbild
Symbolfoto: Shutterstock/Billion Photos

„Grundsätzlich kann jeder österreichische Staatsbürger, der mindestens 25 und höchstens 65 Jahre alt ist und einen ordentlichen Wohnsitz im Inland hat, zum Schöffen oder Geschworenen berufen werden“, informiert eine Broschüre des Bundesministeriums für Justiz.

Schon vor geraumer Zeit erhielt der 33-jährige Stefan Kramer ein Schreiben der Gemeinde Grabern, dass er nach dem Zufallsprinzip in öffentlicher Amtshandlung zu jenem Bruchteil von 0,5 Prozent der in der Wählerevidenz enthaltenen Personen zählt, die als potenzielle Schöffen ausgelost wurden. Demnach hat er sich für 2019 und 2020 für diese Funktion dem Gericht zur Verfügung zu stellen.

Stefan Kramer nahm Staatsbürgerpflicht als Schöffe im Gericht wahr.
Pfeiffer

Nun war es im Juli so weit: Kramer, der als Bühnenbauer arbeitet, war gespannt, was ihn als Schöffe erwarten würde. Insgesamt vier „Laienrichter“ wurden von der Richterin des Verfahrens am Landesgericht Korneuburg in Empfang genommen, wobei der Schöngraberner feststellen musste, dass er „nur“ als zweiter Ersatzschöffe eingeteilt war. Damit hätte er seiner Pflicht Genüge getan und gehen können. Das allerdings kam für ihn nicht infrage: „Wann hat man schon die Gelegenheit, eine Gerichtsverhandlung aus einem ganz anderen Blickwinkel zu verfolgen?“, meint Kramer.

Zwei Verhandlungstage ohne Vorurteile

An zwei Verhandlungstagen, in insgesamt 13-stündiger Verhandlung konnte er sich sein eigenes Bild machen. Vorurteilsfrei zu bleiben, sei ihm dabei nicht schwergefallen. „Ich habe versucht, mit Lebenserfahrung an die Sache heranzugehen.“

Im Rückblick würde Kramer seine Tätigkeit als Schöffe durchaus als Arbeit bezeichnen. „Es war insofern anstrengend, da du ja die ganze Zeit aufmerksam sein musst.“ Sein Resümee fällt positiv aus: „Für mich war das alles sehr lehrreich und letztlich auch meine Staatsbürgerpflicht.“ Enttäuschend sei einzig die Tatsache, dass er als Ersatzschöffe nicht an den Beratungen zur Urteilsfindung teilnehmen durfte.

Der Zufall bescherte dem Bühnenbauer übrigens eine zweite Chance: Ende Juli erreichte ihn ein Schreiben der Bezirkshauptmannschaft, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er für die Jahre 2021 und 2022 in das Verzeichnis für Geschworene und Schöffen aufgenommen wurde.

„Grundsätzlich kann jeder österreichische Staatsbürger, der mindestens 25 und höchstens 65 Jahre alt ist und einen ordentlichen Wohnsitz im Inland hat, zum Schöffen oder Geschworenen berufen werden“, informiert eine Broschüre des Bundesministeriums für Justiz.

Schon vor geraumer Zeit erhielt der 33-jährige Stefan Kramer ein Schreiben der Gemeinde Grabern, dass er nach dem Zufallsprinzip in öffentlicher Amtshandlung zu jenem Bruchteil von 0,5 Prozent der in der Wählerevidenz enthaltenen Personen zählt, die als potenzielle Schöffen ausgelost wurden. Demnach hat er sich für 2019 und 2020 für diese Funktion dem Gericht zur Verfügung zu stellen.

Nun war es im Juli so weit: Kramer, der als Bühnenbauer arbeitet, war gespannt, was ihn als Schöffe erwarten würde. Insgesamt vier „Laienrichter“ wurden von der Richterin des Verfahrens am Landesgericht Korneuburg in Empfang genommen, wobei der Schöngraberner feststellen musste, dass er „nur“ als zweiter Ersatzschöffe eingeteilt war. Damit hätte er seiner Pflicht Genüge getan und gehen können. Das allerdings kam für ihn nicht infrage: „Wann hat man schon die Gelegenheit, eine Gerichtsverhandlung aus einem ganz anderen Blickwinkel zu verfolgen?“, meint Kramer.

Zwei Verhandlungstage ohne Vorurteile

An zwei Verhandlungstagen, in insgesamt 13-stündiger Verhandlung konnte er sich sein eigenes Bild machen. Vorurteilsfrei zu bleiben, sei ihm dabei nicht schwergefallen. „Ich habe versucht, mit Lebenserfahrung an die Sache heranzugehen.“

Im Rückblick würde Kramer seine Tätigkeit als Schöffe durchaus als Arbeit bezeichnen. „Es war insofern anstrengend, da du ja die ganze Zeit aufmerksam sein musst.“ Sein Resümee fällt positiv aus: „Für mich war das alles sehr lehrreich und letztlich auch meine Staatsbürgerpflicht.“ Enttäuschend sei einzig die Tatsache, dass er als Ersatzschöffe nicht an den Beratungen zur Urteilsfindung teilnehmen durfte.

Der Zufall bescherte dem Bühnenbauer übrigens eine zweite Chance: Ende Juli erreichte ihn ein Schreiben der Bezirkshauptmannschaft, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er für die Jahre 2021 und 2022 in das Verzeichnis für Geschworene und Schöffen aufgenommen wurde.

Sie sollen durch ihr natürliches Rechtsempfinden juristischer Routine entgegenwirken und auf diese Weise sicherstellen, dass dort, wo Urteile der Strafgerichte in besonders einschneidender Weise in das Leben der Menschen eingreifen, dem Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung Rechnung getragen wird.

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