Jutta Itzinger: „Man muss positiv bleiben". Multitalent Jutta Itzinger ist trotz harter Corona-Einschnitte voller Tatendrang.

Von Romana Schuler. Erstellt am 31. Mai 2020 (04:36)
Vielarbeiterin, Eventmanagerin, Designerin, „Tafelfreak“: Jutta Itzinger ist kreativer Geist am Areal des Schlosses Schrattenthal.
Franz Enzmann

Die bekannte Eventmanagerin Jutta Itzinger zählt zu den zahlreichen Menschen, die der Corona-Lockdown wirtschaftlich hart getroffen hat. Seit 2000 hat sie eine Wohnung mit Garten im Schloss Schrattenthal. Dort stand sie der NÖN Rede und Antwort.

NÖN: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, hier einen Zweitwohnsitz zu gründen?
Jutta Itzinger: Mein Vater, Fritz Itzinger, war Maler. Er lehrte als Professor für angewandte Kunst in Wien – und er hat die Bildungsakademie in Geras gegründet. Somit kenne ich Niederösterreich seit meiner Jugendzeit. Über meinen Schwager bin ich zu den Schlossbesitzern, den Schuberts, gekommen. Brigitte Schubert hat hier mit viel Liebe restauriert. Das macht das Ambiente so wunderbar. Ich bin der Familie unendlich dankbar, dass sie mir ermöglicht hat, hier ein Refugium mit einer Wohnung und diesem herrlichen Garten einzurichten. Ich empfinde es gerade in dieser Zeit als meinen Kraftort.

Was haben Sie vor der Gründung Ihrer Eventagentur gemacht?
Ich wollte immer kreativ sein. Das hängt bestimmt mit meinem familiären Hintergrund zusammen. Ich habe als Teenager für das Land Niederösterreich Sessel renoviert, weil ich Leder gravieren kann. Bis heute entwerfe ich Möbel und Lampen, und ich habe einmal eine kleine Taschenproduktion gehabt. Eine Zeit lang habe ich ein Tonstudio geleitet und beim ORF unter Heidi Tenner als Regieassistentin gearbeitet.

Wie kam es, dass Sie ins Event-management gewechselt haben?
Ich arbeitete in einer Eventagentur und wurde immer öfter für die Raum- und Dekorgestaltung gebucht. So habe ich mir vorstellen können, dass ich irgendwann meine eigene Agentur haben würde. Das war 2002, und zwei Jahre später gründete ich meine Ges.m.b.H.

Was hebt Ihre Agentur von anderen ab?
Ich glaube, den Beruf, den ich mache, habe ich für mich selbst erfunden. Weil es ihn in solchen Kombinationen eigentlich gar nicht gibt. Ich mache Raumkonzepte, arbeite als meine eigene Floristin und Möbeldesignerin, und bis zur handgeschriebenen Speisekarte mache ich alles selbst. Ich bin alles in einer Person, und wenn’s mal zu aufwendig wird, dann habe ich meine Partner. Man kann als Einzelperson nur mit tollen Partnern erfolgreich sein, und die habe ich, Gott sei Dank! Gerade in dieser Zeit bin ich sehr froh, dass ich keine fixen Angestellten habe.

Haben Sie einen Spleen?
Ich bin ein Tafelfreak! In der Spanischen Hofreitschule habe ich 150 Laufmeter Tafel inszeniert. Tafelinszenierungen liebe ich. Es soll stets ein Erlebnis sein, wenn man zusammenkommt und tafelt.

Wie würden Sie sich beschreiben?
Ich arbeite sehr gerne und sehe mich als einen typischen Leistungsmenschen. Ich muss das Gefühl haben, es verdient zu haben, um mich entspannen zu können. Natürlich muss man dabei aufpassen, dass man nicht total ausbrennt. Die Finanzkrise hat schon mal einen Schnitt gemacht, hat mir letztlich aber gutgetan, was die Lebensqualität betrifft. Die damalige Krise ist nicht ganz mit Corona vergleichbar, aber es ist ähnlich: Man muss durchhalten und positiv bleiben.

Was sind die nächsten Projekte?
Ich habe eine Sammlung alter Koffer und im Moment konzipiere ich für einen Kunden eine Kofferbar. Zudem kreiere ich für eine Edition einen großen rollenden Koffer als Homeoffice. Und mein nächstes großes Eventprojekt ist der Wiener Rotkreuz-Ball im November. Im Juni wird entschieden, ob er stattfindet. Ich gehe davon aus, dass es klappt!