Alberndorferin zeigt Weg zur Heilung. Barbara Seidl will mit einem Buch andere inspirieren.

Von Romana Schuler. Erstellt am 08. Juni 2021 (14:59)
Barbara Seidl hat ihren Weg gefunden. Die sympathische 30-Jährige wirkt bodenständig und ist eine sehr inspirierende Persönlichkeit.
Romana Schuler, Romana Schuler

Schuppenflechte (Psoriasis) gilt als unheilbar, aber seit zwei Jahren ist die Alberndorferin Barbara Seidl symptomfrei. Im Gespräch mit der NÖN erzählt die 30-Jährige ihre leidvolle Krankheitsgeschichte und welche Pläne sie für die Zukunft hat.

NÖN: Wann und wie wurde bei Ihnen die Diagnose gestellt?

Barbara Seidl: Als ich 17 Jahre alt war – zu dieser Zeit besuchte ich die HLW in Hollabrunn – habe ich plötzlich rote Punkte am Arm und bald am ganzen Körper bekommen. Vor allem am Rücken und auch auf den Beinen. Mein Hautarzt diagnostizierte dann Psoriasis. Ich habe mich natürlich gefragt, warum gerade ich? In meiner Familie hat es keinen Fall gegeben.

Was haben Sie dann dagegen unternommen?

Seidl: Ich bekam eine leichte Kortisonsalbe verschrieben. Leider hat die kaum geholfen und ich habe eine Salbe mit einer höheren Kortison-Dosis bekommen. Auch das hat schließlich keinen dauerhaften Erfolg gebracht. Dann kam die nächste Behandlungsstufe: Die Haut musste bestrahlt werden, mehrmals die Woche beim Hautarzt. Meine Mitschülerinnen machten sich schon darüber lustig und fragten: „Hast du eine Affäre mit deinem Hautarzt?“ Nach dieser Behandlung war es für einige Zeit besser. Trotzdem war ich nicht geheilt, und die Schuppenflechte kam immer wieder zurück. Ich konsultierte in all den Jahren sicherlich an die 15 Ärzte und probierte alle möglichen Therapien aus. Besonders schlimm war es im Herbst und Winter. Wenn es kalt wurde und die Sonne kaum schien, war es sehr arg. Da wäre es ideal gewesen, sich bei wärmeren Temperaturen am Meer aufzuhalten.

Haben Sie eine Vermutung, woher diese chronische Autoimmunerkrankung bei Ihnen gekommen sein könnte?

Seidl: Wie schon erwähnt, erblich war ich nicht vorbelastet. Natürlich fängt man an nachzudenken. Heute ist mir vieles klarer als damals. Ich stand stark unter schulischem Leistungsdruck. Ich hatte eine negative Note bei einer Englischschularbeit geschrieben und schreckliche Ängste gehabt, dass ich die Matura nicht schaffen würde – und hab’s dann doch geschafft (lacht). Ich wollte unbedingt studieren. Mein Vater war nicht bereit, ein Studium zu finanzieren. Also habe ich angefangen zu arbeiten und berufsbegleitend das Studium für Personalmanagement in Wien absolviert. Diese Doppelbelastung brachte noch mehr Stress. Aber ich wollte unbedingt das Studium abschließen und es ist mir am Ende, mit vielen Entbehrungen, auch gelungen. Ich war schon oft sehr verzweifelt und hatte ständigen Schlafmangel, weil mich die Rahmenbedingungen so müde machten. Im Nachhinein weiß ich, dass dieser ungesunde psychische Stress sicherlich der Grund für meine Krankheit war.

Wie kam es dann zur Heilung?

Seidl: Ich habe vor rund drei Jahren angefangen, zuckerfrei zu leben, trotzdem habe ich noch viel Ungesundes gegessen. Auf einmal hatte ich einen Magen-Darm-Virus, ich konnte das Essen nicht einmal mehr ansehen, so schlecht ist es mir gegangen. Eine Freundin hat mich dann auf die chinesische Ernährungsweise aufmerksam gemacht. Eine Ernährungsberaterin stellte mir eine Liste von Nahrungsmitteln zusammen, die ich essen darf, und mit solchen, die für mich tabu sind. Ich war etwas schockiert, aber dann habe ich mir die Liste genauer angeschaut und festgestellt, es gibt noch genügend Essbares für mich. Im Wesentlichen ist die Ernährung vegan; es gibt keinen Alkohol, aber auch keinen Weizen und natürlich keinen Zucker. Nur auf Eier und Schafskäse kann ich nicht verzichten. Zusätzlich habe ich mit Mentaltraining und Yoga angefangen. Mit der Umstellung wollte ich primär den Magen-Darm-Virus bekämpfen. Dass ich die Schuppenflechte damit auch zum Verschwinden bringen könnte, damit habe ich gar nicht gerechnet.

Wie haben Sie das feststellen können?

Seidl: Ich weiß noch, es war Anfang April, und ich schaute auf meine Beine – und zu meiner großen Überraschung sah ich keine roten Punkte mehr. Wie durch ein Wunder war ich nach zwei Monaten von der als unheilbar geltenden Schuppenflechte völlig geheilt.

Und seit zwei Jahren sind Sie ohne Symptome?

Seidl: Genau, und das ist auch der Grund, warum ich gerade ein Buch über mein Leben mit der Krankheit schreibe. Neben meiner Lebensgeschichte wird es Lieblingsrezepte, Gesundheitstipps und einiges zur Anwendung von Mentaltrainings geben. Ich möchte anderen Menschen helfen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Der Glaube, sich selbst heilen zu können, bewirkt Wunder!

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