"Schwammstadt"-Prinzip soll in Hollabrunn ankommen. In den nächsten Wochen und Monaten werden in der Znaimerstraße in Hollabrunn umfangreiche Leitungsarbeiten durchgeführt, danach soll eine Neugestaltung der Straße und der Lothringerplatz-Kreuzung erfolgen. Grünen-Stadträtin Sabine Fasching erwartet sich eine "längst überfällige Begrünung".

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 30. April 2021 (13:16)
Wünscht sich eine grüne Begegnungszone im Bereich Lothringerplatz/Znaimerstaße: Stadträtin Sabine Fasching.
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Dass derzeit in weiten Teilen der Znaimerstraße kein einziger Baum und keine Grünfläche vorhanden ist, schmeckt der für Park- und Grünanlagen zuständigen Stadträtin gar nicht. Sie regt nun das innovative Schwammstadt-Prinzip an, womit optimale Bedingungen für ausreichend Straßenbäume geschaffen werden könnten. Es sei eine zeitgemäße Maßnahme zur Speicherung und Nutzung des Regenwassers.

„So wären Bäume auch in Trockenperioden mit ausreichend Wasser versorgt", sagt Fasching und erklärt: "Beim Schwammstadt-Prinzip wird der Straßenunterbau so angelegt, dass er sowohl den technischen Anforderungen des Straßenbaus als auch den biologischen Ansprüchen von Bäumen gerecht wird."

Die Grünen-Stadträtin wünscht sich, dass diese Methode bei Neuerrichtungen von Straßen im Stadtgebiet zum Standard wird; nicht zuletzt, um einen Ausgleich zur Bodenversiegelung herzustellen: "Die Erfahrungen in anderen Städten haben gezeigt, dass sich die Kosten für die Errichtung von Schwammstadt-Bereichen annähernd mit jenen für den herkömmlichen Straßenbau decken würden", sagt Fasching. 

"Minimale Mehrkosten machen sich bezahlt"

Minimale Mehrkosten würden sich in kürzester Zeit wieder bezahlt machen, weil das Schwammstadt-Prinzip viele Vorteile mit sich bringe: „Bäume als wichtige Schattenspender haben mehr Wurzelraum als in den bislang winzigen Baumscheiben zur Verfügung - das erhöht ihre Vitalität und Lebensdauer, was wiederum für ein gesünderes Stadtklima und mehr Lebensqualität sorgt. Gleichzeitig schützen Schwammstadt-Bereiche vor Überflutungen bei Starkregenereignissen, entlasten unser Kanalsystem, regulieren den Grundwasserspiegel und sichern damit unsere Trinkwasser-Versorgung“, fasst die Stadträtin zusammen.

Die Neugestaltung der Znaimerstraße und des Lothringerplatzes wären ein guter Anlass, einen Schritt in die richtige Richtung zu machen, meint Fasching und verweist auf das bestehende Verkehrskonzept für Hollabrunn. Breitere Gehsteige sind dort ebenso empfohlen wie eine Attraktivierung der Znaimerstraße sowie lebenswerte Plätze und Straßen der Begegnung mit Fußgängern und Radfahrern.