Erstellt am 22. Juli 2014, 07:01

von Sandra Frank

Schweinemast-Bedenken: „Zu kleinräumig“. Ulrike Vojtisek-Stuntner und ihre Mitstreiter fürchten, bald von überdimensionalen Betrieben umzingelt zu sein.

Ulrike Vojtisek-Stuntner will „die gesamte Dimension des Themas erfassen“. privat  |  NOEN

MAISSAU, WILHELMSDORF / Ulrike Vojtisek-Stuntner will mit einer parteiunabhängigen Initiative verhindern, dass Landwirt Hannes Lembacher einen Schweinemastbetrieb außerhalb von Wilhelmsdorf errichtet (die NÖN berichtete). Sie lud zu einem Infoaustausch, der öffentlich sein sollte, kurzerhand aber zu einer geschlossenen Gesellschaft erklärt wurde.

NÖN: Warum haben Sie sich dazu entschieden, den Infoaustausch in Burgschleinitz doch nicht öffentlich zu machen?

Ulrike Vojtisek-Stuntner: Weil ich in den Vorgesprächen bemerkte, dass sich viele Unterstützer nicht öffentlich exponieren wollten. Zwei Personen aus dem Umfeld von Herrn Lembacher kamen dennoch und aus eigenem Antrieb, um an der Diskussion teilzunehmen.

Welche Punkte haben Sie bei der Veranstaltung diskutiert?

Wie wird der Stall gebaut, um Geruchsbelastung tatsächlich ausschließen zu können? Verlust an Lebensqualität und sinkende Immobilienpreise? Mangel an demokratischer Beteiligung bei einem derart massiven Eingriff in die persönliche Sphäre der Bevölkerung. Verpflichtende UVP-Feststellungsverfahren laut EU-Recht, die seit 2012 nicht umgesetzt werden.

Was sind die größten Befürchtungen, welche die Teilnehmer am Infoaustausch äußerten?

Geruchsbelästigung, Landschaftsverschandelung, Grundstücksentwertung und verstärkte Abwanderung.

Wurden bei der Diskussion noch andere Lösungsansätze als die bereits vorgeschlagene Verlegung des Standortes erarbeitet?

Nein, weil die Gesprächsteilnehmer übereinstimmend der Meinung waren, dass diese Region viel zu kleinräumig ist, um zwischen jedem Dorf eine Mastfabrik hinzustellen. Ravelsbacher sind mit derselben Thematik konfrontiert, wir werden in unserem engsten Umfeld womöglich bald umzingelt sein von überdimensionalen Mastbetrieben.

Wird noch einmal das Gespräch mit Hannes Lembacher gesucht?

Vojtisek-Stuntner: Ja klar, er ist Hauptadressat der Initiative und – im größeren Kontext gesehen – selbst aktiver Teil des Systems. Es geht nicht nur um einen Schweinemastbetrieb, sondern um ein System, in dem wir alle agieren. Das derzeitige System geht sowohl an Bauern, Tieren als auch an Konsumenten und deren Bedürfnissen vorbei.

Wie wird die Initiative weiter vorgehen?

Wir wollen die gesamte Dimension des Themas erfassen und aufbereiten, sodass es in Kleingruppen behandelt werden kann. Wir werden so lange Unterschriften sammeln, bis auch alle Betroffenen angehört werden.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass der Betrieb vielleicht doch noch anderswo gebaut werden wird?

Einer Querschnittsmaterie wie dieser wird man nicht mit dem Floriani-Prinzip gerecht.