Bürgermeister: Schulsanierung „ist unmöglich geworden“

Erstellt am 01. Oktober 2022 | 05:54
Lesezeit: 4 Min
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Stolz ist Bürgermeister Peter Frühberger auf seine Mitbürger. Seefeld-Kadolz wurde kürzlich nämlich mit „Raus aus Öl & Gas“ vom Land Niederösterreich ausgezeichnet.
Foto: Romana Schuler
Bürgermeister Peter Frühberger spürt die Inflation in seiner Gemeinde Seefeld-Kadolz stark, dennoch: Bad soll attraktiver werden.
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Peter Frühberger ist Bürgermeister in Seefeld-Kadolz. Er sprach mit der NÖN über neue Projekte und über seine Wünsche für die Gemeinde.

NÖN: Was sind jetzt, nach der Corona-Pandemie, Ihre Wahrnehmungen in Ihrer Gemeinde?

Peter Frühberger: Abgesehen davon, dass Corona wirtschaftlich einen enormen Schaden verursacht hat, ist mir aufgefallen, dass unsere Feste in der Gemeinde jetzt wieder sehr gut besucht sind. Das ist erfreulich. Ich denke, dass die Menschen jetzt einfach rausgehen und, dass sie die ganzen Einschränkungen satthaben. Auch das Testen geht zurück. Die Vorgaben der Regierung werden heute belächelt, denn jetzt darf man mit Corona mit Maske zur Schule und arbeiten gehen. Allerdings gibt es schon auch eine große Gruppe, die Angst hat, wenn Infizierte zur Arbeit gehen können. Das spaltet wieder unsere Gesellschaft.

Wie stehen Sie zum Impfen? Sind viele Ihrer Bürger geimpft?

Frühberger: In meiner Familie sind alle geimpft, wir haben das so entschieden, aber ob die allgemeine Impfpflicht die richtige Entscheidung war, da bin ich mir nicht sicher. Das hat auch uns Bürgermeister gefordert, denn es wurde uns gesagt, dass wir die Bevölkerung zur Impfung auffordern sollen. Seefeld-Kadolz hat eine relativ hohe Impfquote, und ich hätte gerne die angekündigte Impfprämie für die Gemeinde bekommen, aber es blieb bei einer Ankündigung. Bei der Ausstellung des elektronischen Impfpasses musste die Gemeinde helfen. Beim Covid-Testen haben viele Freiwillige aus dem Ort mitgeholfen.

Welche größeren Projekte sind aktuell abgeschlossen worden?

Frühberger: Wir haben die Kellergasse in einen Radweg umgewidmet. Unser Problem dort war der ständige Wassereinbruch, und so haben wir jetzt eine Kanalisation dort, und die Situation wird sich massiv verbessern. Das Projekt ist vom Land gefördert worden. Insgesamt sind die Kosten 135.000 Euro.

Die Geräte im Kindergarten sind saniert worden, und wir haben auch unsere vielen Spielplätze mit rund 20.000 Euro saniert. Ein großer Teil ist auch in die Sanierung im Freibad geflossen, da musste heuer eine neue Steuerungsanlage eingebaut werden. Das hat an die 40.000 Euro gekostet. Außerdem mussten wir auch den Durchflussmesser der Wasserrutsche im Bad tauschen. Es müssen 95 Liter Wasser pro Sekunde durchlaufen können. Dann ist leider der Besuch stark zurückgegangen, weil viele während Corona ihren eigenen Pool errichtet haben.

Was kann man dagegen tun?

Frühberger: Wir werden versuchen, das Bad mit sportlichen Spielen attraktiver zu machen. Das Kinderbecken soll mit einem Sonnenzelt beschattet werden.

Welche Projekte sind noch geplant?

Frühberger: Die Sanierung der Schule ist ein Projekt, das wir im Gemeinderat beschlossen haben, die Kosten sind aber aufgrund der Inflation von 450.000 auf 590.000 Euro angestiegen. Die Schulerhaltung ist Gemeindesache, aber aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es unmöglich geworden, das Dach in nächster Zeit fertig zu bauen. Wir bekommen zwar ein Darlehen vom Schul- und Kindergartenfonds und 15.000 Euro vom Denkmalamt, aber das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Sicherheit geht vor, und daher haben wir beim Eingang ein Gerüst zur Sicherheit der Kinder aufgebaut.

Was sind Ihre Wünsche für die Gemeinde?

Frühberger: Ich möchte 2024/25 einen Straßenabschnitt von der Volksschule bis zur Ortstafel erneuern lassen und möchte dort mehr „Grün“ in die Ortschaft bringen. In unserer Gemeinde ist das Klimabewusstsein sehr hoch, und das freut mich sehr. Dass wir auf einem guten Weg sind, zeigt die aktuelle Auszeichnung „Raus aus Öl & Gas“, die wir mit 151 anderen niederösterreichischen Gemeinden erhalten haben.

Wollen Sie 2025 nochmals für das Amt des Bürgermeisters kandidieren?

Frühberger: Ja, ich werde mich gerne zur Wiederwahl stellen.

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