Sonnberger Haftanstalt versorgt Pferde. In der Sonnberger Justizanstalt werden für den Eigenbedarf Schutzmasken hergestellt, für "Essen auf Rädern" wird weiterhin gekocht.

Von Sandra Frank. Erstellt am 08. April 2020 (10:55)
Die Unternehmensbetriebe der Sonnberger Justizanstalt wurden bereits Mitte März geschlossen; Freigänge für Insassen sind derzeit nicht möglich.
Sandra Frank

In Österreichs Justizanstalten (JA) werden nun Schutzmasken hergestellt, wie Justizministerin Alma Zadić in der jüngsten Sitzung des Nationalrats bekanntgegeben hat.

In der JA Sonnberg geschieht dies nur für den Eigenbedarf, da die Anstalt über keine Näherei verfügt. „Die JA Göllersdorf hat leider keine Möglichkeit, Masken herzustellen“, sagt Christina Ratz, Sprecherin des Justizministeriums, auf NÖN-Nachfrage. In Niederösterreich werden Masken, über den Eigenbedarf hinaus, nur in den Anstalten Stein (Bezirk Krems) und Schwarzau (Bezirk Neunkirchen) hergestellt.

Seit Mitte März sind auf Anordnung der Generaldirektion für Strafvollzug keine Freigänge für Insassen mehr möglich. Seit Ende Februar werde ein umfangreicher Katalog an Schutz- und Präventivmaßnahmen für zivile und exekutive Strafvollzugsbedienstete stets erweitert. Seit 1. April sollten auch alle Justizwachen Mund-Nasen-Schutzmasken tragen. 

Nur noch systemerhaltende Betriebe geöffnet

Derzeit sind nur noch systemerhaltende Betriebe innerhalb der Sonnberger Anstalt geöffnet, die Unternehmerbetriebe mussten Mitte März geschlossen werden. Konkret bedeutet das, dass Anstalts- und Beamtenküche, Wäscherei sowie Ökonomie I und II – zur notwendigen Versorgung von Tieren und Pflanzen – geöffnet sind. Die Hauswerkstätte ist in verkleinerter Form geöffnet, um die wichtigsten Reparaturen zu erledigen.


Keine Einschränkung bei "Essen auf Rädern"

Was bedeuten diese coronabedingten Maßnahmen und Einschränkungen für das „Essen auf Rädern“, das in der Sonnberger Anstalt für die Stadtgemeinde gekocht wird? „Es gibt keine Einschränkungen, das Essen wird weiter produziert“, entwarnt Ratz. Wenn das Essen abgeholt wird, wird kontaktlos Fieber gemessen, Maskenpflicht besteht hier bereits seit einigen Wochen.

Größeren Kummer bereiten die Maßnahmen jenen Pferdebesitzern, die ihre Tiere am Gelände der Justizanstalt eingestellt haben. Denn sie dürfen derzeit nicht zu ihren Pferden, diese werden von der Justizanstalt versorgt. „Da vereinzelte Besitzer den Wunsch hatten, ihr Pferd mit Spezialfutter zu versorgen, wurde dieses kontaktlos hinterlegt“, berichtet die Sprecherin. Dieses werde nun an die jeweiligen Tiere verfüttert. Ratz betont: „Sollte es einen Zwischenfall mit einem Pferd geben, würden die Besitzer selbstverständlich informiert werden.“