Tot: Zwei Trappen in einer Woche. Die ohnehin seit Jahren stagnierende Population der seltenen Vögel wurde verringert.

Von Barbara Witzany. Erstellt am 21. Juni 2017 (16:29)
NOEN, privat
Diese Großtrappe, eine brütende Henne, kam am Feld ins Mähwerkeines Landwirts.

Einen schweren Verlust für die Trappenpopulation gab es Anfang Juni, es gibt jetzt nur noch 50 Exemplare. In einer Woche starben zwei Tiere. Ein Hahn dürfte sich am Flügel verletzt haben. Wie es zu der Verletzung kam, ist noch nicht geklärt. Es wurden Vermutungen angestellt, dass das Tier in eine Hochspannungsleitung geflogen ist. Rainer Raab, er betreut das Artenschutzprojekt Großtrappe, kann sich diese Möglichkeit aufgrund des Fundortes nicht vorstellen.

Brütende Henne geriet ins Mähwerk

Das zweite Tier, eine brütende Henne, wurde von einem Mähwerk getötet. „Der betreffende Landwirt passt üblicherweise ohnehin sehr auf, er ist sehr betroffen“, führt Bürgermeister Martin Reiter aus. Es sei schade um jede einzelne Kreatur.

„Die zwei Kücken wurden zu einer Aufzuchtstation in Ostungarn gebracht, diese ist ein Projektpartner von uns“, informiert Raab und erzählt weiter: „Die ungarischen Landwirte haben eine Vorrichtung vor ihrem Mähwerk, zum Schutz der Tiere. Vielleicht ist das eine Option für die regionalen Bauern.“

Schutz der Tiere vor Mähwerk

„Üblicherweise fragen die Landwirte bei den Jägern um Unterstützung an, wenn gemäht werden muss. Es geht ja nicht nur um die Trappen, sondern auch um andere Jungtiere, wie zum Beispiel Rehkitze. Die Tiere sind hervorragend getarnt und bewegen sich keinen Zentimeter, wenn ein Traktor kommt“, so Reiter und er führt weiter aus: „Die Jäger kontrollieren dann vor der Mahd das Feld. Wir werden versuchen, für die Zukunft eine bessere Lösung für die Landwirte zu finden.“

So könnten Kollegen oder Menschen, denen der Trappenschutz am Herzen liegt, vor der Mahd das Feld kontrollieren. „Denn wenn Jäger arbeitsbedingt tagsüber nicht können, wird es schwierig“, sucht Reiter nach einer gangbaren Maßnahme.