Pfarrer Ladi soll bleiben: „Wir wollten Zeichen setzen“. 700 Personen beteiligten sich an der Unterschriftenaktion, um Pfarrer Ladi den Rücken zu stärken. Er wird im Südvikariat eingesetzt, teilt die Erzdiözese Wien mit.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 01. August 2018 (04:17)
NÖN-Archiv
Wladyslaw Strus wird ins Südvikariat versetzt.

Unterschriftenlisten lagen in Geschäften und im Amtshaus auf und 700 Personen setzten ihre Namen darunter: Sie sind für einen Verbleib von Pfarrer Wladyslaw Strus, gern „Ladi“ genannt, der mit 1. September nicht mehr für die Pfarre Zellerndorf zuständig sein wird (die NÖN berichtete).

Die Entscheidung traf man in der Erzdiözese Wien. Bischofsvikar Stephan Turnovszky teilte mit, dass der Seelsorger als Pfarrvikar woanders eingesetzt werden soll. Das heißen nicht alle gut, vor allem jene, denen Pfarrer Ladi ans Herz gewachsen ist. Er sei auf die Menschen zugegangen und bei Kindern gut angekommen, beschreibt Helmut Döller.

Der Zellerndorfer gehört zu den treibenden Kräften der Aktion. Die Initiative kam aus Watzelsdorf, Döller stellte zusätzlich Plakatständer auf. „Vor wenigen Tagen hat erst wieder jemand das Plakat runtergerissen. So sind halt die Leute“, seufzt er. „Ich würde das nie tun, wenn ich anderer Meinung wäre.“

„Wir wissen, dass es nichts nützen wird“

Große Hoffnung hat er nicht. „Wir wissen zwar, dass es nichts nützen wird, aber wir wollten ein Zeichen setzen und Ladi den Rücken stärken. Wir wollen, dass er weiß, dass er sich auf Zellerndorf verlassen kann.“ Der Pfarrer soll in dieser Woche aus Polen zurückkehren. Döller wird das Gespräch mit ihm suchen.

Die Unterschriftenlisten werden gerade eingesammelt und in einem eingeschriebenen Brief mit Begleitschreiben an Turnovszky übersandt. Viele Protestschreiben und Anrufe sind in der Erzdiözese eingelangt – bis hin zu Drohungen und Beschimpfungen. Das berichtet die Pressestelle.

Turnovszky möchte den Absendern persönlich antworten, auch im Sinne der Wiederherstellung des Friedens im Pfarrverband. Er will noch einmal erklären, wie es zu dem Personalwechsel gekommen ist.

Dass sich viele Menschen in der Unterschriftenaktion solidarisch gezeigt haben oder ihren Dank an Strus ausdrücken wollten, werde wertgeschätzt. Derzeit überlegt man in der Erzdiözese, eine Begegnung der Pfarrgemeinden mit dem Bischofsvikar zu ermöglichen.

Strus wird im Südvikariat eingesetzt. Die Erzdiözese ist davon überzeugt, dass ihm diese Aufgabe besser entspricht. In Zellerndorf werde sich indes nichts an den Sonntagsmessen oder Kirchenstandorten ändern.