Maissaus Ortschef Klepp: „Wandel ist merkbar“. Bürgermeister Josef Klepp ortet Fortschritte bei der Umsetzung kultureller Projekte und möchte Freiwilligkeit forcieren.

Von Günter Rapp. Erstellt am 20. August 2017 (05:51)
Günter Rapp
ÖVP-Bürgermeister Josef Klepp (l.) legt Wert auf Zusammenarbeit überParteigrenzen hinweg und hofft, dass das Ehrenamt wieder an Stellenwert gewinnt. Mit im Bild (v.r.): Gemeinderat Christian Wagner (SPÖ) undGemeinderätin Ulrike Vojtisek-Stuntner (NEOS).

Seit 2010 ist Josef Klepp Bürgermeister der Stadtgemeinde Maissau. Was sich in den zweieinhalb Jahren seit der letzten Gemeinderatswahl in den zehn Ortschaften der Großgemeinde getan hat und was in dieser Gemeinderatsperiode noch geplant ist, wollte die NÖN vom ÖVP-Politiker wissen.

NÖN: Wie sieht Ihre Halbzeitbilanz aus, was konnte seit der letzten Wahl realisiert werden?

Klepp: Ein Großprojekt war zweifellos die Errichtung und Fertigstellung der Nebenanlagen an der Bundesstraße 4 nach Eröffnung der Ortsumfahrung Maissau. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED ist im gesamten Gemeindegebiet in Angriff genommen worden und nahezu abgeschlossen. In Maissau wurde die Bergkellergasse saniert. Auch das Gemeinde- und Feuerwehrhaus in Oberdürnbach wurde instandgesetzt. Die Generalsanierung des Turnsaals ist im Gange und für die Nachmittagsbetreuung werden Räumlichkeiten errichtet. Dazu kommen Güterwegsanierungen in Eggendorf am Walde und Oberdürnbach. Für den Wohnbau wurde und wird ebenfalls viel getan. Im neuen Siedlungsgebiet Weitenbach in Maissau ist die Infrastruktur errichtet und auch in Eggendorf stehen Bauplätze zur Verfügung.

Fast alle Ortschaften der Großgemeinde sind zu Themendörfern geworden

Wie schaut es mit den kulturellen Aktivitäten in der Gemeinde aus?

Auch da hat sich einiges getan. Die Manhartsberger Schlosskonzerte im Schloss der Familie Abensperg und Traun und die Gottfried von Einem-Tage in der Filialkirche Oberdürnbach sind Höhepunkte des kulturellen Geschehens. Mit den künstlerischen Objekten am Maissauer Berg – unter anderem der Leuchtturm des Künstlers Lukas Troberg – sind einmalige Kunstwerke geschaffen und im Oktober 2015 eröffnet worden. Fast alle Ortschaften der Großgemeinde sind zu Themendörfern geworden: Mit dem Lavendeldorf Unterdürnbach, der Venus von Eggendorf, der Amethyst-Kapelle Grübern, dem Kräuterdorf Wilhelmsdorf, dem Gottfried von Einem-Dorf Oberdürnbach und zuletzt dem Granitdorf Limberg haben wir Attraktionen. Der Leuchtturm mit dem Themenweg reiht sich in die touristischen Maßnahmen des Projekts „Maissau wird violett“ ein und ist ein weiterer touristischer Anreiz für unsere Gemeinde.

Welche Vorhaben sollen in dieser Periode noch umgesetzt oder auf den Weg gebracht werden?

Vorgesehen ist die Schaffung eines eigenen Themenweges zu den Kulturobjekten am Maissauer Berg, wobei auch die schon lange existierende „Meeresbrandung“ am Alten Berg miteingebunden und mit entsprechender Beschilderung versehen werden soll. Fertiggestellt werden soll bis zum Herbst die Großbaustelle Turnsaal und Nachmittagsbetreuung. Für 2018/2019 ist die Umsetzung des Projekts „Feuerwehrhaus Maissau“ fixiert worden. Derzeit müssen noch einige Details finalisiert werden. Wenn die Feuerwehr Maissau ihr neues Haus beziehen kann, stehen die frei werdenden Räume dem Gemeindebauhof bzw. dem Gemeindeamt zur Verfügung. Die vorhandenen Gemeindehäuser sind grundsätzlich gut in Schuss. Lediglich in Limberg ist die Erneuerung der Heizung im Dorf-, Feuerwehr- und Gemeindehaus ein Thema. Angedacht werden muss auch die Sanierung des alten Feuerwehrhauses in der Kremser Straße.

Grundsätzlich macht mir mein Bürgermeisteramt große Freude

Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Gemeinderat mit den anderen Fraktionen?

Da die Tagesordnungspunkte grundsätzlich im Vorfeld der Sitzungen gut aufbereitet und fraktionsübergreifend besprochen werden, gibt es fast ausschließlich einstimmige Beschlüsse. Viele Punkte werden außerdem in den Gemeinderatsausschüssen besprochen. Kritische Fragen kommen aber dennoch immer wieder von der Mandatarin der NEOS.

Werden Sie sich bei der nächsten Gemeinderatswahl wieder als Spitzenkandidat der ÖVP zur Verfügung stellen?

Grundsätzlich macht mir mein Bürgermeisteramt große Freude. Obwohl: Es gibt mitunter auch Situationen, die nicht so lustig sind. Vor allem der Umgang mit den Neuen Medien liegt manchen Jüngeren wahrscheinlich besser. Eine Entscheidung, was meine weitere Kandidatur bei der Gemeinderatswahl 2020 betrifft, werde ich rechtzeitig treffen. Derzeit ist das aber noch verfrüht.

Wenn Sie sich etwas Persönliches wünschen dürften: Was wäre das?

Der gesellschaftliche Wandel macht sich immer mehr bemerkbar und damit der Zugang der Menschen zum Ehrenamt, das heute nicht mehr den Stellenwert hat, wie noch vor Jahren. Es muss uns gelingen, den Bürgern bewusst zu machen, dass viele Strukturen ohne Freiwilligkeit in Zukunft nicht aufrecht zu erhalten sind. Wünschen würde ich mir, dass etwa im Bereich der Dorferneuerung Geschaffenes erhalten werden kann und vor allem die Jugend für Engagement in diesen Bereichen begeistert werden kann. Das halte ich für besonders wichtig.