Spendenaktion: Hilfe für angeschossenen Polizisten. Karlheinz Friedl aus dem Bezirk Hollabrunn entwarf einen Aufnäher, um angeschossenen Polizisten zu unterstützen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 21. November 2020 (04:08)
Karlheinz Friedl

„Ich habe mir sofort überlegt, wie ich den Kollegen, der in der Terrornacht in Wien angeschossen wurde, unterstützen kann“, erzählt Karlheinz Friedl, Justizbeamter in der Sonnberger Anstalt. Eine Idee war schnell geboren: Er entwarf den Aufnäher „Pray for Vienna“, den er nun zum Verkauf anbietet. „Der gesamte Reinerlös kommt dem Kollegen zugute.“

Der Patch kostet 15 Euro, den Versand bezahlen die Unterstützer zusätzlich selbst. „Ich hab’ schon 500 Mails und 300 Eingänge am Konto“, erzählt Friedl, dass er in den vergangenen Tagen gut beschäftigt gewesen sei. Er hat eigens ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem der Erlös verbucht wird. „Damit man alles nachvollziehen kann und alles transparent ist“, betont der Justizbeamte.

Hunderte Anfragen in wenigen Tagen

Zunächst initiierte er die Aktion nur in seiner Facebook-Gruppe für die Justizwache. Die Kollegen hätten die Initiative eifrig unterstützt; auch bei der Polizei habe sich diese schnell herumgesprochen. Dann erschien ein Bericht in einer Tageszeitung. „Das war ein Wahnsinn“, erinnert sich Friedl an die vielen Anfragen, die er zu bearbeiten hatte. Es waren hunderte E-Mails, ausschließlich mit positivem Feedback und einigen Anekdoten. Darüber freut sich der Initiator sehr.

Was ihn ebenfalls glücklich macht: Friedl hat sich überlegt, auch Aufkleber zu gestalten; diese gibt’s zum Patch dazu. „Ich habe einen Freund, der eine Druckerei in Deutsch-Wagram hat, gefragt, was das bei ihm kostet. Er hat gesagt, er sponsert die Aufkleber“, erzählt der Vorsitzende des Personalausschusses. Einen größeren Aufkleber für Friedls Auto übernahm „offlimit Marchfelddruck“ ebenfalls.

Friedl selbst bangte am Abend des Terroranschlags vor dem Fernseher und auf den Social-Media-Kanälen mit; auch deshalb, weil ein ehemaliger Beamter der JA Sonnberg dort als Polizist im Einsatz war.

Dem angeschossenen Kollegen gehe es bereits besser. Friedl will die Spendensumme im Jänner in einem offiziellen Rahmen übergeben. Er hofft, dass der Betrag bis dahin fünfstellig ist. „Es schaut gut aus“, ist er zuversichtlich.

Hier können die Patches bestellt werden: insidejustizwacheoesterreich@gmx.at