Nach 48 Jahren: Hollabrunner Verein hat ausgespart. Die strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen haben nun auch für die Spargesellschaft Schaffer das Aus bedeutet.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 07. Dezember 2016 (04:45)
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Mussten den Sparverein zu Grabe tragen: Irene Wurmbauer, Obmann-Stellvertreter Erwin Graf, Helfried Wurmbauer, Schriftführerin Edith Graf, Silvia und Leopold Tröger sowie Lydia und Thomas Thür.
NOEN, privat

Die strengen Auflagen des Gesetzgebers haben unter den Sparvereinen nun weitere Opfer gefunden. Einer davon ist jener im Gasthof-Hotel „Zum goldenen Stern“: Die Spargesellschaft Schaffer, benannt nach ihrem Gründer, hat nach 48 Jahren ihre letzte Auszahlung durchgeführt.

„Vielleicht hat alles irgendwann sein Ende“, seufzt Wirt Erwin Graf. Im Sommer wurde es verabsäumt, bei der Raiffeisenbank die Daten jener Sparvereinsmitglieder bekannt zu geben, die bereits mehr als 1.500 Euro angespart haben. Das ist nach dem neuen Kontenregister-Gesetz erforderlich.

„Es war Hochsaison im Juni und wir haben die Aufforderung nicht als so dringlich aufgefasst“, erklärt Graf. Doch von der Bank kam schließlich ein Schreiben, dass der Sparverein aufgrund des Versäumnisses längstens bis 31. Dezember 2016 weitergeführt werden darf.

„Es ist wieder eine liebe Gewohnheit, die es nicht mehr gibt.“

Erwin Graf, Gastronom

„Es wird für uns nicht existenziell sein, aber es war doch eine Stammgastbindung und ist wieder eine liebe Gewohnheit, die es nicht mehr gibt“, sagt Graf. Etwa 150 Bücher waren zuletzt verzeichnet worden.

Glücklich ist auch Raika-Direktor Gerhard Dungl mit der Situation nicht. Er sei selbst acht Jahre lang Obmann eines Sparvereins gewesen: „Da war’s noch ein Vergnügen.“ Jetzt werde es den Verantwortlichen vom Gesetzgeber schwierig gemacht. „Wir versuchen, die Vereine weiterzuführen, wo es sich machen lässt“, betont Dungl. Andere Institute hätten die Sparvereine schon komplett aufgegeben. Die Hollabrunner Raika betreut noch an die 20, auch hier ist die Zahl zuletzt merklich geschrumpft.

„Wir wollen alles richtig machen“, unterstreicht der Direktor, gesetzliche Rahmenbedingungen hätten nicht nur bei Sparvereinen zum Ende von Traditionen geführt. So seien etwa auch die Zeiten vorbei, als nach Zeichenwettbewerben mit den Schulen die Werke im Geldinstitut zu bewundern waren.

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