Hilfe für Familie nach Brand: Ort hielt zusammen. Bub (10) als kleiner Held bei Brand in Grund (Gemeinde Wullersdorf) im Bezirk Hollabrunn. Mutter dankt für Welle der Hilfsbereitschaft in der Notlage.

Von Sandra Frank. Erstellt am 27. Februar 2019 (04:47)
BFKDO Hollabrunn
Einsatz um 3 Uhr Morgens: In einem Einfamilienhaus in Grund brannte die Küche – eine Katze soll den Touchscreen am Herdbetätigt haben. Ein Kind seilte sich ab, um der Feuerwehr den Weg zu zeigen. Die Mutter und sein Bruder wurden gerettet.

Durch ein Knistern wurde Nicole Jekel vergangenen Mittwoch um 3 Uhr Früh geweckt. Das Knistern war ein Brand, die Küche im Erdgeschoss stand zu diesem Zeitpunkt bereits in Flammen.

„Zumindest geht es uns körperlich gut“

„Nach diesem Schicksalsschlag wird es noch ein wenig dauern, bis wir uns fangen. Zumindest geht es uns körperlich gut“, schreibt die zweifache Mutter auf ihrer Facebook-Seite wenige Tage nach dem Unglück.

Wie auf NÖN.at berichtet (siehe hier und unten), waren in dieser Nacht rund 60 Feuerwehrmitglieder im Einsatz. Als die Kameraden eintrafen, waren weder Feuer noch Rauch sichtbar, allerdings machte ein Zehnjähriger auf der Straße auf sich aufmerksam und lotste die Feuerwehr zum Haus. Dieser hatte sich zuvor aus dem Schlafzimmer abgeseilt, wo er mit seiner Mutter und seinem achtjährigen Bruder eingeschlossen war.

Die beiden standen an einem Fenster im Obergeschoss, als die Grunder Kameraden eintrafen und die beiden mithilfe einer Leiter retteten. Eine Katze konnte gerettet werden, weitere Haustiere – ein Hund und zwei Katzen – verendeten.

Katze soll Kochplatte am Herd aktiviert haben

Die Feuerwehren Grund, Guntersdorf, Hetzmannsdorf, Immendorf, Schöngrabern und Wullersdorf konnten den Brand rasch unter Kontrolle bringen. „Es deutet vieles darauf hin, dass eine Katze über den Touchscreen die Kochplatte auf der Oberfläche des Herdes aktiviert hat“, berichtete Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner nach der Ursachenermittlung (wir hatten berichtet, siehe hier und unten).

„Ganz, ganz langsam erholen wir uns wieder von diesem Schock“, informiert die 32-Jährige, dass sie und ihre Kinder in der ersten Nacht bei einem „sehr netten Feuerwehrmann und seiner Frau“ untergekommen sind. Danach blieb sie bei einer Freundin, via Facebook wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Ihr habt uns sehr geholfen und mir auch einen großen Teil meiner Sorgen genommen“, bedankt sich die Mutter für die große Unterstützung.

„Ich war heute dort und habe mit ihr gesprochen“, erzählte Bürgermeister Richard Hogl im NÖN-Gespräch am Montag. Die dreiköpfige Familie sei bei einem Vis-à-vis-Nachbarn untergekommen. „In drei Monaten können sie wieder einziehen“, weiß Hogl, dass die Versicherung für den Schaden aufkommen werde.

Er freut sich über den Zusammenhalt in seiner Gemeinde: Die junge Frau hat einige Angebote bekommen, wo sie mit ihren beiden Söhnen wohnen könnte.