Haberfellner "erradelte" 25.000 Euro für Sebastian (6).

Von Karin Widhalm. Erstellt am 26. März 2018 (10:30)

Helmut Haberfellner kam natürlich mit dem Mountainbike zu seinem Empfangsfest in Guntersdorf – und sofort setzte der Applaus ein. Der 65-Jährige radelte von Karlsdorf bis nach Rom, die meiste Zeit bei Schnee und Regen. Er hat mit dieser Aktion eine Spendenwelle für Sebastian Lehner ausgelöst. Der benötigt dringend einen Sprachcomputer, um sich im Alltag mitteilen zu können. Dafür sammelte Haberfellner.

Sebastians Oma Carola ist hin und weg: Die Aktion ihres langjährigen Bekannten versetzt sie und ihre Familie in Staunen, ebenso die Großzügigkeit vieler einzelner Menschen von Vorarlberg bis Niederösterreich. Dass die Freiwillige Feuerwehr sogar mit der Trachtenkapelle Guntersdorf ein Empfangsfest vorbereitete, freut sie sehr.

Haberfellner ist selbst überrascht, wie viel zusammengekommen ist: 25.000 Euro. Das ermöglicht definitiv den Kauf eines Sprachcomputers für Sebastian, der auf dem Rollstuhl angewiesen ist und sich mit Worten nicht artikulieren kann.

Unbekannter Begleitert „outete“ sich bei Empfang

Sein Ziel erreichte der rüstige Guntersdorfer schon nach zwei Wochen: Er kämpfte sich durch zentimetertiefen Schnee, trotzte der eisigen Kälte und hatte zahlreiche Pannen – vom kaputten Tachometer über Reifenpatschen bis hin zur beschädigten Radkette. „Ich mache das für Sebastian“, sagt er stets.

Ein unbekannter Begleiter stand ihm bis Spielfeld bei: Er legte seine Anonymität beim Empfangsfest ab: Christian Prager ist ein ehemaliger Kollege. Haberfellner und er waren bei der Berufsfeuerwehr in Wien tätig. Die zwei Sportler unternehmen gemeinsame Radtouren, aber eine solche Kälte habe der Wiener noch nie erlebt. „Am Wechsel habe ich geglaubt, mir fallen die Finger ab“, schildert er, der seinen Freund bewundert. „Er ist mit 65 topfit – und alleine die Idee, die er dann auch noch durchzieht – einmalig.“

Nachhause ging’s über Ungarn

FF-Mitglied Michael Kernal organisierte den Empfang in Guntersdorf – und das war nicht so einfach. Er blieb stets im Kontakt mit dem Radler, um eines herauszufinden: „Wann wirst du ungefähr da sein?“   Denn: Habefellner war viel schneller in Rom als ursprünglich geplant. Zwei Wochen benötigte er für die Fahrt. Das Problem: Er legte nicht die gewünschten 2.000 Kilometer zurück, weil ihn der Schnee auf Ausweichrouten drängte.

Er dehnte die Heimkehr über Ungarn und das Burgenland aus. Das stellte wiederum die Feuerwehr vor eine Herausforderung, die so bald wie möglich den Empfangstermin festlegen wollte: „Trödel’ ned zu lange!“, lächelt Kernal, als er daran denkt, was er zu Haberfellner gesagt hat. Er ist ein langjähriger Freund des 65-Jährigen und unterstützt Sebastian ebenfalls: Die Feuerwehr spendete bereits die Friedenslicht-Einnahmen an den Sechsjährigen.

Die genaue Spendensumme wird erst im April feststehen, denn in den Topf kommen noch die Einnahmen des Benefizfestes; zudem läuft die Spenden-Aktion noch bis zum 31. März. Alle Mehreinnahmen sollen ebenfalls dem Sechsjährigen zukommen. Seine Großeltern Carola Lehner und Hannes Gruber müssen das Bad behindertengerecht umbauen. Der Bub braucht zudem einen größeren Rollstuhl.

Spendenkonto für Sebastian:

SEBASTIAN, IBAN: AT11 3232 2000 0060 5204, BIC: RLNWATW1322

Alle Infos zur Spendenaktion auf www.spendenfahrt.at