SPÖ-Frauen fordern sichere Pensionen. Der 29. Juli ist in Niederösterreich der Equal-Pension-Day. SPÖ-Nationalratsabgeordnete Melanie Erasim und ihre Mitstreiterinnen Elke Stifter und Daniela Poisinger setzen sich für sichere Pensionen für Frauen ein, damit diese von Altersarmut verschont bleiben.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 29. Juli 2021 (14:12)
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Das SPÖ-Frauen-Trio Melanie Erasim, Daniela Poisinger und Elke Stifter (v.l.) fordert ein sicheres Pensionspaket speziell für Frauen.
Usercontent, SPÖ Hollabrunn

Es gibt nicht nur den Equal-Pay-Day, sondern auch den Equal-Pension-Day. Das ist der Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie sie Frauen bis zum Jahresende bekommen werden. Der bundesweite Equal-Pension-Day ist heuer am 1. August. „In Niederösterreich bekommen Frauen sogar schon drei Tage früher, ab 29. Juli, keine Pension mehr“, weiß Melanie Erasim, Weinviertelabgeordnete der SPÖ im Nationalrat.

Der Pensionsunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt in Österreich 41,6 Prozent, in Niederösterreich sind es sogar 42,4 Prozent. 957 Euro Pension erhalten Frauen im Durchschnitt pro Monat. Bei Männern liegt der Durchschnittswert bei 1.863 Euro.

Diese Tatsache ärgert nicht nur Erasim, sondern auch die Hollabrunner Bezirksfrauenvorsitzende Elke Stifter und Göllersdorfs Frauenvorsitzende Daniela Poisinger. Das Damen-Trio fordert ein Paket für sichere Pensionen. „Durch die Corona-Krise sind die Belastungen für Frauen zusätzlich gestiegen“, betont Stifter. „Noch dazu hat die türkis-grüne Regierung im vergangenen Jahr Kürzungen für angehende Pensionistinnen beschlossen. Das ist ein Skandal“, wettert Erasim, die alles dafür tun will, damit Frauen von ihrem Einkommen sowie später von ihrer Pension leben können.

Erasim fordert: 50 Euro zusätzlich zur Pension für Frauen 

Es sei Politik der verbrannten Erde, die jetzt im Eiltempo voranschreite, „um den österreichischen Sozialstaat niederzureißen“. Dem müssten schleunigst Maßnahmen entgegengesetzt werden. „Sonst sehen wir in Österreich bald ähnliche Bilder, die wir nur aus dem Ausland kennen“, fürchtet Erasim. 

Etwa, dass Pensionistinnen Pfandflaschen sammeln oder Gemüse aus ihrem Garten verkaufen, um der Altersarmut zu entgehen. Der Pensionsschere müsse die scharfe Klinge genommen werden, die Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten für langjährige Hausfrauen und Mütter müsse auf ein zeitgemäßes Niveau angehoben werden. „Statt 110 Euro müssen zukünftig 160 Euro pro Monat angerechnet werden“, wird die Parlamentarierin konkret. Für Frauen, die jetzt schon in Pension sind und Kindererziehungszeiten aufweisen, fordert sie eine monatliche Zahlung von 50 Euro zusätzlich zur Pension.

Schwerarbeitspension für Pflegekräfte ab 60 gefordert

Für Stifter muss Sicherheit im Vordergrund stehen, am Arbeitsplatz und in der Pension: „Vor allem in den wirklichen Schlüsselbranchen des Arbeitsmarktes fehlt es an Wertschätzung und echter Sicherheit!“ Das habe die Belastung durch die Pandemie und der Einsatz der SPÖ NÖ für Vollbeschäftigung gezeigt. 

Es wurde zwar applaudiert, jedoch werde dabei vergessen, dass Alten- wie auch Krankenpflege Schwerstarbeit sei. „Deshalb fordern wir den Zugang zur Schwerarbeitspension ab 60 Jahren für Pflegekräfte.“ Es sei nämlich höchste Zeit, so Stifter, diesen wichtigen Einsatz für die Gemeinschaft endlich anzuerkennen und die Pflegekräfte zu entlasten. „Viele können diese schwere Arbeit nicht bis zum Alter von 65 Jahren leisten“, sagt die Frauenvorsitzende, die selbst Krankenschwester ist.

Abschaffung der Hacklerregelung "war niederträchtigste Handlung"

Poisinger kann dem nur zustimmen: „Mitten in einer Pandemie mit allen ihren wirtschaftlichen und psychologischen Auswirkungen war die Abschaffung der Hacklerregelung eine der niederträchtigsten Handlungen.“ Es sei ungerecht, dass Menschen, die 45 Arbeitsjahre geleistet haben, mit Abschlägen von bis zu 5.000 Euro pro Jahr bestraft werden. „Das trifft ausgerechnet jene, die maßgeblich zum Wohlstand unseres Landes beigetragen haben“, sagt Poisinger. 

Der sogenannte Frühstarterbonus, der von Türkis-Grün beschlossen wurde, sei kein Ersatz. Der bringe nämlich maximal 60 Euro brutto im Monat mehr Pension. „Aber nur für jene, die auch 60 Monate zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr gearbeitet haben.“

Diese „Bestrafung“ der künftigen Pensionisten müsse fallen. Für Erasim ist klar: „Ihnen wird die gesamte Bezugsdauer gekürzt, weil sie mit der ersten Anpassung nicht die volle Inflationsabgeltung erhalten, sondern - wie von Türkis-Grün beschlossen - lediglich eine aliquote Pensionserhöhung – abhängig vom Monat des Pensionsantritts. Dieser Pensionsraub muss zurückgenommen werden!“