SPÖ-Ärger über Alterslimit im Fitnesspark Wullersdorf. Erst ab 15 Jahren dürfen Geräte benutzt werden. Kinder bekommen ihren eigenen Spielplatz.

Von Sandra Frank. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:38)
Franziska Krimmel
Wullersdorf hat am Sportplatz einen neuen Fitnesspark bekommen. Bei der Eröffnung turnten da noch Kinder. DieVerordnung besagt aber, dass der Park erst ab 15 Jahren benutzt werden darf.

Der Punkt „Fitnesspark-Verordnung“ ließ die Wogen in der Wullersdorfer Gemeinderatssitzung hochgehen. SP-Mandatar Richard Pregler stieß sich an der Formulierung, dass „die Benützung der Geräte Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, verboten“ sei.

Auch Zutritt und Aufenthalt am Gelände ist unter 15-Jährigen nur in Begleitung einer volljährigen, für sie verantwortlichen Person erlaubt. Zunächst dachte der Volksschullehrer, das Wort „unbeaufsichtigt“ fehle im ersten Satz. Doch da lag er falsch.

Der Text sei vom Hersteller übernommen, der Rechtsanwalt der Gemeinde habe sich die Verordnung ebenfalls angesehen, betonte VP-Vizebürgermeisterin Annemarie Maurer, dass hier nichts falsch sei.

Schützenhilfe bekam sie von Gemeindechef Richard Hogl (ÖVP): „Ich seh‘ nicht ein, dass was falsch sein soll, nur weil es sich ein Gemeinderat einbildet!“, reagierte er scharf.

„Der Fitnesspark ist für unter 15-Jährige nicht geeignet. Das muss auch ein Herr Pregler einsehen, auch wenn er Lehrer ist!“VP-Bürgermeister Richard Hogl

„Mit dieser Verordnung verbieten wir allen Schülern, dorthin zu gehen“, gab Pregler zu bedenken und erinnerte daran, dass selbst bei der Eröffnung des Fitnessparks Kinder anwesend waren.

Die Verordnung wurde schließlich unverändert beschlossen. Die Roten wie auch ÖVP-Mandatar Günther Rohrer enthielten sich bei der Abstimmung.

Die Anlage sei erst ab 15 Jahren genehmigt, teilte der Bürgermeister der NÖN nach der Sitzung mit. Es müsse nicht alles für Kinder benutzbar sein. „Der Fitnesspark ist für unter 15-Jährige nicht geeignet. Das muss auch ein Herr Pregler einsehen, auch wenn er Lehrer ist“, ärgerte sich Hogl über die scheinbare Uneinsichtigkeit, betonte aber: „Wir sperren keinen aus.“ So werde im September ein Spielplatz in Wullersdorf eröffnet.

Unwissenheit will sich Pregler nicht vorwerfen lassen. „Ich habe nur die freche Frage gestellte, ob den Kindern die Nutzung wirklich verboten ist.“ Es gibt einige Geräte, die selbst Kindergartenkinder – etwa die Sprossenwand – nutzen können. Darum wollte er sichergehen, dass das Verbot nicht nur für die Geräte mit Gewichten gelte.

Hersteller bestätigt Verbot

Die beiden Kommunalpolitiker wurmte die Causa jedenfalls noch nach der Sitzung. Richard Hogl kontaktierte den Hersteller, um auf Nummer sicher zu gehen. „Da es sich bei der errichteten Anlage um keinen Spielplatz, sondern um eine Sportanlage handelt, ist die Verordnung betreffend des Alters ab 14 Jahren klar geregelt“, bestätigte dieser und verwies auf die geltende EU-Verordnung.

„Eine sonnenklare G‘schicht“, kommentiert Hogl die Sache. Dass Pregler unwissend sei, wollte der Gemeindechef nicht zurücknehmen. „Weil er es ist. Ich steh‘ damit lieber in der SPÖ-Zeitung als vor Gericht, wenn etwas passiert.“

Indes besuchte Pregler den Wullersdorfer Fitnesspark und entdeckte einen Sicherheitshinweis, der direkt auf den Geräten angebracht ist. Dort steht, in englischer Sprache, dass Kinder und Menschen, die physisch oder mental beeinträchtigt sind, die Geräte nur in Begleitung nutzen dürfen, damit ihnen im Notfall geholfen werden kann.

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