Bezirk Hollabrunn: 333 Arbeitslose mehr als im Vorjahr. 1.563 Arbeitslose waren Ende Juli am AMS Hollabrunn vorgemerkt, um 63 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Sommer des Vorjahres gibt es jedoch um 333 Jobsuchende mehr. Das bedeutet einen Anstieg um ein Viertel.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 03. August 2020 (12:55)
APA/Herbert Neubauer

Frauen sind von den Folgen der Rezession mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um fast ein Drittel wesentlich stärker betroffen als Männer. Bei den unter 25-Jährigen zeigt die Statistik im Vorjahresvergleich eine Steigerung der Arbeitslosigkeit um 34,6 Prozent. 60 Lehrstellensuchenden stehen lediglich 16 freie Lehrstellen gegenüber. 

Hollabrunns AMS-Geschäftsführer Josef Mukstadt betont indes: „Das bereits geschnürte Auffangnetz, bestehend aus einem Bonus von 2.000 Euro für Ausbildungsbetriebe für jeden bis Ende Oktober neu eingestellten Lehrling sowie ausreichend Plätze in den Jugendberufszentren und Übergangslehrgängen des Arbeitsmarktservice stellen sicher, dass jeder Jugendliche einen Ausbildungsplatz erhalten wird.“

Quelle: AMS; Foto: Dmytro Zinkevych/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof


Deutlich weniger in Kurzarbeit

Zwei Drittel aller vor 22 Wochen vom Lockdown Betroffenen sind wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt oder haben mit AMS-Hilfe eine andere Beschäftigung gefunden. Von 89 Betrieben aus dem Bezirk Hollabrunn wurde für 560 Arbeitskräfte die Verlängerung von Kurzarbeit beantragt. Vor zwei Monaten befanden sich noch 2.900 Beschäftigte in Kurzarbeit. 

„Während es für einige Unternehmen nur sehr langsam in Richtung Normalität geht, kommen aus vielen anderen Bereichen vermehrt Personalanforderungen“, schildert Mukstadt. Der positive Trend am Arbeitsmarkt werde voraussichtlich noch einige Wochen anhalten. „Die Folgen der Coronakrise werden aber über das laufende Jahr hinaus massiv zu spüren sein“, so die Einschätzung des AMS-Chefs. Die Möglichkeit einer Fortführung von Kurzarbeit über den September hinaus werde einiges abfedern.