Hollabrunn

Erstellt am 11. Januar 2017, 05:43

von Christoph Reiterer und Sandra Frank

Himmelbauer: „Neuwahlen verärgern nur“. Eva-Maria Himmelbauer über die Strategie, Vertrauen zurückgewinnen.

Eva-Maria Himmelbauer, seit 2012 im Nationalrat und aktuell zweitjüngste Abgeordnete, beim Neujahrsempfang am Freitag in Ziersdorf.  |  NÖN

Eva-Maria Himmelbauer (30, VP) und Christian Lausch (47, FP) vertreten aktuell den Bezirk Hollabrunn im Parlament. Die NÖN wollte von beiden wissen, wie sie das Jahr 2016 erlebt haben und was sie sich vom Jahr 2017 erwarten.

NÖN: Wenn man sich so umhört, sind viele froh, dass das Jahr 2016 endlich vorbei ist. Wie ist bei Ihnen die Stimmungslage?

Himmelbauer: Das Jahr 2016 war ein sehr emotionales und durch internationale Geschehnisse geprägtes Jahr, die auch Österreich betreffen. Das hat bei vielen Leuten verständlicherweise Sorgen und Ängste ausgelöst, Unsicherheit darüber, wie es weiter gehen wird. Die Frage, wie sich Europa nach dem Brexit gestalten wird, wie es aufgrund der Kriege im Nahen Osten oder der Politik in der Türkei mit der Flüchtlingskrise weitergeht oder ob Anschläge und Terror des IS auch nach Österreich kommen. Daher wird 2017 nicht unbedingt ein leichteres Jahr werden. Ich bin aber optimistisch, dass wir gerade dieses Jahr dazu nutzen werden, auf österreichischer und europäischer Ebene an gemeinschaftlichen Wegen und Lösungen zu arbeiten.

Von der Politik wünsche ich mir raschere Entscheidungen

Das mit den gemeinsamen Lösungen hat zuletzt aber oft zu wünschen übrig gelassen …

Diese müssen wir natürlich auch aufzeigen und fördern, durch raschere Entscheidungen statt langer Diskussionen.

Wie ist die Stimmung im Parlament? Sind heuer Neuwahlen zu erwarten?

Neuwahlen oder Spekulationen darüber verärgern eher nur, denn die Bürgerinnen und Bürger haben gerade nach einem sehr langen Bundespräsidentenwahlkampf die verständliche Erwartungshaltung, dass gearbeitet wird und nicht gleich die nächste Wahl ins Haus steht.

Die Menschen haben ja oft Wünsche an die Politiker. Drehen wir den Spieß mal um: Was für einen Wunsch könnten Ihnen die Lokalpolitiker in Ihrem Heimatbezirk erfüllen?

Mein Wunsch an die Kolleginnen und Kollegen auf Gemeindeebene ist einfach: Dass wir weiterhin so gut zusammenarbeiten, weiterhin im Gespräch bleiben und gemeinsam unsere Zukunft gestalten. Daher ist eher ein Dank angemessen an die Bürgermeister, Mandatare, wie auch an die Bürgerinnen und Bürger für ihre Ideen, Anregungen und Mitwirkung.

Ihre persönlichen Wünsche für 2017?

Von der Politik wünsche ich mir raschere Entscheidungen. Es soll ein intensives Arbeitsjahr werden, um arbeitslosen Menschen wieder Perspektiven zu geben, um Schule und Ausbildung im Sinne der Jugend weiterzuentwickeln, heimische Unternehmen zu unterstützen und bürokatische Hemmnisse abzubauen. Damit erhoffe ich mir, dass auch das Vertrauen in die Politik wieder gestärkt wird. Für die Region wünsche ich mir, dass wir weiterhin gemeinsam daran arbeiten, fit für die Zukunft zu werden. Unser Fokus wird auf die Bewerbung für die NÖ Landesausstellung liegen. Auch den Infrastrukturausbau – Straße, leistbares Wohnen und Breitband – will ich vorantreiben. Und für die Welt wünsche ich mir, dass Krieg und Terror ein Ende finden und Friede einkehrt.