Angriff: Jacky musste sterben. Renates Streichelzoo ist nun zu. Der Bock Jacky erlag einer Wunde, die offenbar böswillig zugefügt worden ist.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 16. September 2014 (09:30)
Renate Hnizdo mit dem Langhaarziegenbock Jacky, der eine steile Elvis-Frisur hatte.
NOEN, privat
Renate Hnizdo hat am 7. September bei ihrem Streichelzoo den Riegel vorgeschoben, nachdem sie mit einem tragischen Vorfall konfrontiert wurde. Jacky, ein seltener Langhaarziegenbock, wies schon vor ungefähr zehn Wochen eine schwere Verletzung auf – jetzt verstarb er.

„Rippen waren angekratzt, Knochen begannen zu eitern“

„Wir haben‘s nicht gleich gesehen“, berichtet Gatte Franz Hnizdo. Gleich neben dem Streichelzoo befindet sich sein Steinzeitkeller. Jacky ist zur Tierärztin nach Eggenburg gebracht worden. „Wir haben uns bemüht“, wollte man den Bock auf jeden Fall retten.

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NOEN, privat
Fast 1.000 Euro hätten die Hnizdos dafür investiert. „Die Rippen waren angekratzt, die Knochen begannen zu eitern und wir haben jeden Tag den Eiter herausgeholt“, erzählt Hnizdo. Zuletzt stieg das Fieber auf 42 Grad. Jacky mit der steilen Elvis-Frisur wurde von seinen Schmerzen letztlich erlöst.

Fremder beim Zaun-Überklettern beobachtet

Die Verletzung dürfte mit einem spitzen, scharfen Gegenstand zufügt worden sein. „Die Tat eines Psychopathen oder eine abscheuliche ‚Mutprobe‘?“, wirft Renate Hnizdo in einem Aushang die Frage auf. Denn: Jemand sei beim Überklettern des Zaunes beobachtet worden.

Ihr Gatte kann kaum fassen, dass jemand zu einer solchen Tat fähig ist. Stellt er neue Projekte auf die Beine, sei er stets „frohen Mutes, aber dann werde ich immer wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt“. Es ist nicht der erste Vorfall.

Gift-Attacke traf schon Ziege „Baby-Maggie“

„Baby-Maggie“ ist vor zwei Jahren vergiftet worden. „Dann haben wir eine Kamera aufgestellt“, erzählt Hnizdo. Der Film sei bisher nicht zur Gänze gesichtet worden. Eine Anzeige gegen unbekannte Täter ist nicht erstattet worden.

Der Streichelzoo, der die Führungen durch den Steinzeitkeller bereichert hat und bei den Kindern beliebt war, gehört nun der Vergangenheit an. Die noch verbliebene Tauernschecke „Jenny“ ist nun auf einem Bauernhof.

„Wenn wir drauf warten, dass da auch noch etwas passiert ...“, seufzt Hnizdo. „Dort geht‘s ihr jedenfalls gut.“