Stressige Arzt-Ablöse. Hollabrunner fühlen sich schlecht informiert. Hladik-Nachfolger Helmut Pairleitner erklärt das mit kurzfristiger Ordi-Suche.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 23. Juli 2014 (10:06)
NOEN, Bernhard Noll
„Es gibt kein Widerspruchsrecht der Patienten“, sagt Präsident Christoph Reisner.

HOLLABRUNN / Seit 1. Juli ist die Praxis des Hollabrunner Arztes Werner Hladik wegen Pensionierung geschlossen. Patienten sind traurig darüber, wie einem Schreiben an die NÖN zu entnehmen ist. Sie betonen, sehr zufrieden gewesen zu sein. Sie üben aber auch Kritik – nämlich an der Regelung der Nachfolge.

Patienten erfuhren nur zufällig von Übersiedlung

Hladiks Vertreter, der Allgemeinmediziner Helmut Pairleitner, eröffnete eine Praxis im Ärztezentrum in der Sparkassegasse. Er hat sämtliche Patientenkarteien übernommen. Von der Übersiedelung habe man nur zufällig erfahren, klagen die Patienten. Sie wären gerne informiert und gefragt worden, ob sie dort in Behandlung bleiben wollen.

Am Tonband von Doktor Hladik ist zu hören, dass sich die Patienten nun „an einen der Hollabrunner Ärzte für Allgemeinmedizin“ wenden sollen und diese ihre Karteien bei Doktor Pairleitner bekommen.

Es sei ein ganz normaler Vorgang, dass sich ein Arzt einen Vertreter seines Vertrauens suche, sagt Franz Vögerl, Leiter der NÖ Gebietskrankenkasse in Hollabrunn. Es sei wichtig, dass die Planstelle neu besetzt wurde. Für die Patienten gelte die freie Arzt-Wahl. Wer wechseln will, könne dies quartalsweise tun.

Ärztekammer-Präsident bestätigt korrekten Ablauf

Dass hier alles korrekt abgelaufen ist, bestätigt auf NÖN-Nachfrage auch Ärztekammer-Präsident Christoph Reisner. Pairleitner sei seit 1. Juli der Kassenplanstellennachfolger von Hladik. Die Auswahl sei „unter Anwendung der Niederlassungsrichtlinien zwischen NÖGKK und Ärztekammer auf Basis der Gesetzeslage“ erfolgt. Gemäß

§ 51 Abs. 4 Ärztegesetz 1998 habe der Kassenplanstellennachfolger die Dokumentation des Vorgängers zu übernehmen. „Es gibt kein Widerspruchsrecht der Patienten betreffend dieser Übergabe. Der Arzt darf die Dokumentation nur nach Einwilligung des jeweiligen Patienten verwenden“, erklärt Reisner.

Pairleitner selbst räumt ein, dass der Informationsfluss nicht optimal verlief. Er wollte in der „alten“ Ordination bleiben, wurde sich mit Hladik jedoch finanziell nicht einig. Deshalb habe er binnen drei Wochen eine neue Ordi „aus dem Boden stampfen“ müssen. „Zum Glück war im Ärztezentrum etwas frei.“

Groll hegt er keinen. „Ich nehme das sportlich. Es kommt vor, dass man neue Wege beschreiten muss.“ Bislang habe nur eine Patientin erklärt, nicht bei ihm bleiben zu wollen. „Die Leute regen sich mehr auf, dass sie keine Parkplätze haben …“