Landarzt für Hadres noch nicht in Sicht. Bürgermeister hofft auf Interesse. Die Gemeinde bietet eine neue Unterkunft für einen Mediziner in der Neuen Mittelschule an.

Von Franz Enzmann und Karin Widhalm. Erstellt am 19. September 2018 (05:19)
Franz Enzmann
Die Ordination von Doktor Johann Hoffmann ist bis Mitte Oktober geschlossen und wird dann als Privatpraxis weitergeführt.

Johann Hoffmann hat sich als Gemeindearzt verabschiedet, informierte seine Patienten aber per Aushang: Er wird als Wahlarzt tätig sein, voraussichtlich Montagvormittag und Freitagabend. Die NÖN wollte den 60-Jährigen über seine Beweggründe befragen, er hielt sich aber weitgehend bedeckt. Nur so viel war ihm zu entlocken: „Die Stelle ist seit einem Jahr ausgeschrieben, aber weder die Gemeinde noch ich haben Einfluss auf die Nachfolge.“

Tatsache ist, dass die Marktgemeinde in der Schule eine neue Ordination – ganz in Hoffmanns Nähe – geplant hätte. Gegen diesen Standort spricht sich SP-Obmann Hermann Fürnkranz aus. Er befürchtet eine gesundheitliche Gefährdung der Schulkinder. „Und: Wieso es keinen Nachfolger für Doktor Hoffmann gibt, weiß ich nicht. Der Bürgermeister hat uns bei der Arztsuche nicht eingebunden.“

Der SP-Mandatar findet: Wenn ein Mediziner ernsthaft an der Hadreser Arztstelle interessiert ist, sollte man ihn in die Umbaumaßnahmen in der neuen Ordination mit einbinden. Dazu VP-Bürgermeister Karl Weber: „Selbstverständlich machen wir das, aber die bisherigen vier Bewerber hatten offensichtlich Angst vor der Selbstständigkeit.“

„Gemeindearzt Hoffmann war bei allen Vorstellungsgesprächen dabei und sicherte zu, dem Nachfolger die Hausapotheke zu übergeben“, betont Weber. Was seine weitere Tätigkeit anbelangt, meinte Hoffmann, der sich derzeit im Urlaub befindet, nach seinem Abschiedsfest: „Ab Mitte Oktober werde ich als privater Arzt mit kleiner Apotheke arbeiten. Krankenstandsmeldungen verbleiben dem Kassenarzt.“

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