Spur der Verwüstung beim Heidbirnbaum!. Am Suttenbrunner Aussichtspunkt wurde gefeiert und nicht weggeräumt: Stadträte setzen 200 Euro auf Ergreifung der Täter.

Von Sandra Frank. Erstellt am 09. August 2017 (05:49)

Ein Bekannter habe ihm Fotos geschickt, dass es beim Heidbirnbaum bei Suttenbrunn furchtbar ausschaue, erzählt Stadtrat Wolfgang Scharinger. Daraufhin sei er am Samstagnachmittag zu dem Aussichtspunkt gefahren, um sich selbst ein Bild zu machen. „Da schaut‘s ja noch viel schlimmer aus“, kontaktierte er aufgebracht die NÖN.

Beim Heidbirnbaum hatte offenbar eine Grillparty stattgefunden. Am Tisch standen noch Becher, Orangensaft, Bierdosen. Manches davon ungeöffnet. Am Grillplatz lagen die Tassen mit Würsteln darauf. Auf dem Boden verteilt waren leere Wodka-Falschen, Plastikbesteck, Luftschlangen und der Mistkübel, der aus der Verankerung gerissen wurde. Im Gebüsch hing ein gebrauchtes Kondom.

„Das ist fürchterlich! Das ärgert mich sehr“, ist Scharinger zornig. Er selbst komme mit Besuchern oft an diesen Platz, um ihnen die Aussicht über Hollabrunn und die umliegenden Gemeinden zu zeigen. „Es ist ein Platzerl mit einer tollen Aussicht“, betont er. Was dem Hollabrunner Stadtrat in der Vergangenheit aufgefallen ist: „Immer, wenn ich hier heroben war, waren auch viele Ausländer da.“ Er glaubt, dass diese es aus ihren Heimatländern gewohnt seien, den Mist einfach liegen zu lassen.

„So wird jede freiwillige Arbeit zerstört!“

Erst vor drei oder vier Jahren sei das Plätzchen, an dem auch ein Marterl steht, hergerichtet worden. „Mit solchen Aktionen wird jede freiwillige Arbeit zerstört“, kann es Scharinger verstehen, dass die Freiwilligen irgendwann den Hut draufhauen. Denn die Verwüstung, die sich am Samstag gezeigt hat, sei kein Einzelfall.

„Ich war im letzten Jahr sicher zehnmal mit meinen Bediensteten heraußen und wir haben zusammengeräumt“, erinnert sich Stadtrat Karl Riepl, der mit seinen Charly-Go-Vehikeln am Samstag ebenfalls einen Ausflug zum Heidbirnbaum machte, um Freunden die Aussicht zu zeigen. Er war schockiert und informierte Bauhof-Chef Thomas Bauer. „Das muss rasch weggeräumt werden“, meinte Riepl. Er weiß, dass seine Gäste, die sich die Golfwagerl ausborgen, gerne zum Heidbirnbaum fahren.

Weiters gibt Riepl zu bedenken: „Aufgrund der Trockenheit ist per Verordnung der Bezirkshauptmannschaft jegliches Feuerentzünden und Rauchen in den Waldgebieten verboten!“

Was Scharinger noch bemerkte: „Der Heilige Elias fehlt!“ Das Bild des Heiligen war an zwei Seiten des Marterls angebracht, eines davon fehlt. „Vielleicht hat es ein anständiger Christ gerettet ...“

Die Stadträte sind sich einig, dass hier jemand zur Verantwortung gezogen werden muss. Scharinger denkt an ein Fahrverbot, ausgenommen landwirtschaftliche Fahrzeuge. Und: „Auf die Ergreifung der Täter setze ich 100 Euro“, will Riepl die Übeltäter ausfindig machen. „Ich verdopple“, legte Scharinger einen Hunderter drauf.