Karriere-Talk: „Bildung hilft gegen Arbeitslosigkeit“. 300 Menschen informierten sich im Hollabrunner Stadtsaal über Möglichkeiten zur Weiterbildung.

Von Sandra Frank. Erstellt am 08. Juni 2017 (04:36)
Sandra Frank

Obwohl’s draußen endlich die ersehnten sommerlichen Temperaturen hatte, wurde der Stadtsaal vergangenen Dienstag regelrecht gestürmt, als die Arbeiterkammer (AK) zum „Tag der Weiterbildung“ einlud.

„Es gibt einen ganzen Blumenstrauß an Angeboten“

Über 300 Menschen kamen zur Messe für Erwachsene, um sich über das Weiterbildungsangebot zu informieren. Denn nicht nur die AK war im Stadtsaal vertreten, sondern auch 20 weitere Bildungs- und Beratungseinrichtungen. Diese Partner aus dem Bildungsberatungsnetzwerk NÖ sorgen gemeinsam mit der AKNÖ dafür, dass sich Menschen kostenlos und umfassend über Bildung informieren können.

„Weiterbildung kostet Geld. Die Menschen sollen zur Arbeiterkammer kommen und sich beraten lassen. Es gibt einen ganzen Blumenstrauß an Angeboten“, meint Joachim Preiß, Direktor der AKNÖ. Für ihn ist klar: „Bildung ist in jedem Alter wichtig und hilft, sich vor einem Arbeitsplatzverlust zu schützen.“

Zum Thema diskutierte er zum Auftakt des Weiterbildungstages im „Karriere-Talk“ mit den Unternehmern Werner Gössl, Reinhard Indraczek und Sabine Hengstberger sowie HLW-Direktor Leopold Mayer und AMS-Leiter Josef Mukstadt.

6.000 Menschen seien es jährlich im Bezirk, die sich beruflich neu orientieren müssen, weiß Mukstadt aus der Praxis. „Maschinen und Hallen kann man kaufen, gut ausgebildete Mitarbeiter nicht“, bringt es Gössl auf den Punkt. Darum investiert er in seiner Pumpenfirma in die Weiterbildung seiner Truppe. „Das bekommst du als Unternehmer zigfach zurück.“

„Mit Qualität kannst du dich unterscheiden“

Hengstberger ist die Weiterbildung ihrer „Mädels“ ebenfalls wichtig. Die Frisörmeisterin führt neun Salons mit 30 Mitarbeitern im Wein- und Waldviertel. „Die Trends und Produkte ändern sich“, begründet sie, weshalb ihre Mitarbeiter etwa zweimal im Jahr an Schulungen teilnehmen.

Durch Weiterbildung könne man sich seinen Platz im Unternehmen sichern, davon ist Indraczek überzeugt. „Mit Qualität kannst du dich unterscheiden.“

Das Thema Bewerbungen wurde ebenfalls am Podium besprochen. „Wer sich länger nicht um einen Job beworben hat, sollte ein Training machen“, rät Mukstadt. Denn, ist ein Bewerber unter den Besten, so wird am Ende jener genommen, der sich besser präsentieren kann. „Wir bieten unseren Schülern viele Zusatzqualifikationen, damit sie sich von anderen unterscheiden“, meint HLW-Direktor Mayer.

Auf das Benehmen der Jugendlichen wird ebenfalls geachtet: „Sie müssen bitte und danke sagen können. Das ist die Basis im Dienstleistungsbereich.“ Preiß fällt die schlechte Rechtschreibung bei Bewerbungen auf: „Das ist sehr peinlich, vor allem, wenn man sich als Jurist bewirbt.“ „Das stimmt, die deutsche Sprache wäre wichtig ...“, hat auch Gössl seine Erfahrungen gemacht. „Die Mitarbeiter sind die Visitenkarte des Unternehmens, sie sind draußen beim Kunden“, fügt Indraczek der Diskussion hinzu.

Preiß mahnt an dieser Stelle aber auch die Unternehmen: „Wenn sich jemand bewirbt, dann gehört es zur Höflichkeit, dass man wenigstens absagt.“

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