Retz , Hardegg

Erstellt am 19. Januar 2017, 06:34

von Karin Widhalm

Novelle für CZ-Parks: „Wegegebot bleibt!“. Tschechische Nationalparks sollen sich Touristen mehr öffnen. Wichtiges Prinzip bleibt aber bestehen, betont Direktor Schleritzko.

LudwigSchleritzko: „Den Weg zu verlassen wird auch weiterhin verboten sein.“  |  Archiv

Das Abgeordnetenhaus des tschechischen Parlaments steht vor einer Entscheidung für die touristische Entwicklung des Thayatals. „Der Gesetzesentwurf, der jetzt noch den Senat passieren muss, sieht vor, dass in Hinkunft auch die Kernzonen der Nationalparks für Besucher geöffnet werden sollen“, berichtet der NÖ Wirtschaftspressedienst. „Das Betreten von Flächen abseits markierter Wege“ sei „derzeit“ in den vier Nationalparks „verboten“.

„Aus österreichischer Sicht nicht die große Erneuerung“

„Das klingt, als ob der Besucher quer durch den Wald gehen darf“, lächelt Ludwig Schleritzko, Direktor des österreichischen Nationalparks Thayatal. Dem ist nicht so: „Das Wegegebot bleibt bestehen, soweit wir das von den tschechischen Kollegen wissen“, führt er aus. „Aus österreichischer Sicht ist das nicht die große Erneuerung. Wir sehen das nicht problematisch.“

Schleritzko erklärt, dass die vorhandenen vier Zonen in den tschechischen Nationalparks Böhmerwald, Riesengebirge, Böhmische Schweiz und Thayatal unbenannt werden. Sie wurden bisher nach einer Zahlenfolge von eins bis vier unterschieden. Jetzt wird Naturzone, naturnahe Zone, Zone dauerhafter Naturpflege und Kulturlandschaft bevorzugt.

Wichtig für Bewerbung um Landesausstellung

Dass „bisher unzugängliche Stellen“ für Touristen geöffnet werden sollen, berichtet der Wirtschaftspressedienst. Das sei im Hinblick auf die geplante Bewerbung der Städte Retz und Znaim für die Ausrichtung der Landesausstellung 2021 von Bedeutung. Schleritzko schließt nicht aus, dass der Nationalpark-Nachbar Podyjí Wege in der Naturzone öffnet. Schon jetzt führt der Weg von der Thayabrücke bis nach Čizov im tschechischen Teil durch die streng geschützte „Naturzone“.

Der österreichische Nationalpark hat drei Zonen: Der überwiegend größte Teil ist die „Naturzone“, in die der Mensch nicht eingreift. Wege führen dort durch, etwa der Thayatalweg mit dem Umlaufberg oder der Einsiedlerweg. Die „Naturzone mit Managementmaßnahmen“ sind zum Beispiel Wiesen, die regelmäßig gemäht werden. Zur „Außenzone“ gehört etwa der Parkplatz bei der Burgruine Kaja. „Die tschechischen Nachbarn haben noch eine Zwischenzone zwischen zwei und drei“, so Schleritzko.

Er hält eine ähnliche Zonierung für wichtig, weil die gleichen Schutzauflagen beiderseits gelten sollen.