Wadsak-Vortrag in Hollabrunn: „Es wird eng & dringend“. ORF-Experte Marcus Wadsak appellierte an letzte Generation, die gegen den Klimawandel ankommen kann.

Von Sandra Frank. Erstellt am 16. Januar 2020 (05:40)
Organisatorin Sabine Fasching und Gastgeber Christian Kasper hatten allen Grund zu strahlen: Wetter-Experte Marcus Wadsak hielt im EbGym einen Vortrag darüber, wie der Klimawandel noch einzudämmen ist.
Sandra Frank

„Ihr solltet zubauen“, war Organisatorin Sabine Fasching hocherfreut, dass der Festsaal des Erzbischöflichen Gymnasiums am Samstagabend aus allen Nähten platzte und selbst der Mittelgang besetzt war. Grund für den Andrang war „ORF-Wetterfrosch“ Marcus Wadsak, der mit seinem Vortrag „Klimawandel: Fakten gegen Fake & Fiktion“ nach Hollabrunn gekommen war.

Fasching, Mitglied der Freunde des Hollabrunner Waldes, hatte sich dafür organisatorische Unterstützung vom Team der Hollabrunner Vorlesungen rund um Christian Kasper und Jürgen Steinmair geholt.

„Das ist mein erster Vortrag, bei dem währenddessen Alkohol konsumiert wird – das ist das Weinviertel“Wadsak, schmunzelnd

Der gut gelaunte Moderator erlebte an diesem Abend einige erste Male: So war es Wadsaks erster Vortrag im Jahr 2020 und auch „das erste Mal, dass meine Eltern bei mir zu Gast sind“. Die beiden leben nämlich in Großkadolz und freuten sich, ihren Sohn live bei der Arbeit zu erleben. „Es ist auch mein erster Vortrag, bei dem währenddessen Alkohol konsumiert wird – das ist das Weinviertel“, schmunzelte Wadsak.

Seinen allerersten Klimavortrag hielt der studierte Meteorologe und Geophysiker bereits 2006. Im Laufe der Jahre sei das Interesse daran immer größer geworden. „Es wird eng, knapp und dringend“, mahnte der Experte, dass die Menschen und vor allem die Politik in die Gänge kommen und endlich handeln müssen. „Wir sind die letzte Generation, die noch etwas gegen den Klimawandel tun kann.“

Wadsak gelang es, die trocken anmutenden Statistiken und Zahlen humorvoll und verständlich zu präsentieren, dem Publikum aber dennoch den Ernst der Lage begreiflich zu machen. Das schaffte er mit Sätzen wie diesem: „Alle, die über 25 Jahre sind, haben die wärmsten zehn Jahre Österreichs erlebt – und dabei stehen 250 Jahre zur Auswahl.“ Die vergangenen sechs Jahre seien weltweit die wärmsten gewesen.

Warum wird es stetig wärmer? Weil Abholzung, Industrie und Methan den natürlichen Treibhauseffekt verstärken. Die Folgen des Klimawandels, von dem 99,9 Prozent der Wissenschafter überzeugt sind, dass er vom Menschen gemacht ist, seien deutlich zu sehen, unter anderem in Form von Dürre und Hochwasser.

Das Ziel, 40 Prozent des CO -Ausstoßes einzusparen, damit die Temperatur nicht um mehr als zwei Grad Celsius ansteigt, sei noch zu erreichen, versicherte Wadsak. Durch Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen. Von abenteuerlichen Gegenmaßnahmen, wie Schmutz in die Atmosphäre zu schießen, um die Erde von der Sonneneinstrahlung abzuschirmen, hält der Wetter-Experte wenig. „Das ist keine gute Idee, das brauchen wir aber auch nicht.“

Wir alle wüssten, dass es besser ist, mit den Öffis zu fahren. Dennoch werde das Straßennetz ausgebaut und gleichzeitig die Schiene reduziert. Gäbe es weniger Straßen, würde sich der öffentliche Raum automatisch ändern, so der 49-Jährige; es würde grüner werden, die Lebensqualität würde steigen.

„Die globale Erwärmung ist noch lösbar.“ Diesen Satz führte Marcus Wadsak am Ende seiner Präsentation an. „Heuer ist das letzte Jahr, in dem dieser Satz hier steht. Nächstes Jahr nicht mehr“, betonte der ORF-Moderator.