Hollabrunner HTL-Duo holt Wissenschaftspreis. Mit einem smarten Assistenten, der dabei hilft, Pflanzen möglichst ressourcenschonend zu pflegen, setzten sich Michael Hicker und Patrick Kraus unter mehr als 30 Projekten durch und holten einen prestigeträchtigen Preis.

Von Red. Hollabrunn. Erstellt am 24. November 2019 (19:37)

82 Einreichungen gab es für den diesjährigen TÜV Austria Wissenschaftspreis. So viele wie noch nie. Neben Bewerbungen aus dem universitären Bereich und von Unternehmen stellten 32 HTL-Teams ihre Projekte auf den Prüfstand. Die Siegerprojekte wurden im Rahmen einer Festveranstaltung im Kuppelsaal der TU Wien prämiert. In der Kategorie „HTL-Abschlussarbeiten“ ging der Sieg an Michael Hicker und Patrick Kraus von der HTL Hollabrunn.

Die Maturanten der Höheren Lehranstalt für Elektronik und Technische Informatik stellten mit dem Projekt „Smart Plant Assistant“ ein mitdenkendes Messgerät vor, das vor Überwässerung und Überdüngung des Bodens warnt und gleichzeitig meldet, wenn Pflanzen Wasser benötigen. Umsichtig betreut wurden die beiden bei der Realisierung ihres Projekts von Professor Josef Reisinger. 

Die Motivation zur Entwicklung des Smart Plant Assistant erklärt Patrick Kraus: „Ein immer größer werdendes Problem auf unserem Planeten ist die Wasserknappheit sowie die Zerstörung des Bodens. Während in einem Teil der Welt nicht genügend Wasser für Lebensmittel übrig ist, verwendet der andere Teil der Erde chemische Zusätze, um die Bevölkerung zu ernähren.“ Durch das Gerät soll nun sichergestellt werden, dass Ressourcen nicht verschwendet werden und gleichzeitig könne Geld gespart werden. 

Gerät kann Pflanzen unterscheiden

„Es gibt die Möglichkeit zwischen verschiedenen Pflanzenprofilen zu wählen, um so pflanzenspezifisch die Grenzwerte im Blick zu halten“, erläutert Michael Hicker. So kann das Gerät von Landwirten am Feld genauso verwendet werden, wie in einer Gärtnerei oder von Privatpersonen auf einem Balkon. Für den Betrieb im Freien wird der Smart Plant Assistant über ein Solarpanel und Akkus versorgt, für die Anzeige wird in diesem Modus ein energiesparendes Display verwendet. Falls eine Spannungsversorgung, etwa mittels USB, verfügbar ist, kann das einfach zu bedienende Touchdisplay verwendet werden. „Dieses bietet auch eine Hilfefunktion an, welche dem Benutzer erklärt, wie man das Gerät richtig benutzt“, schildert Hicker.

Dass der TÜV Austria Wissenschaftspreis längst bei Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung angekommen ist, bewies das enorme Publikumsinteresse. 350 Gäste erlebten einen spannenden Abend mit und für Österreichs „Next Generation“ - unter ihnen die Rektoren der TU Wien und der TU Graz, Sabine Seidler und Harald Kainz, Isabella Meran-Waldstein (IV-Bereichsleiterin für Forschung, Technologie und Innovation), Wolfgang Kern (Chef der HTL-Abteilung im Bildungsministerium), Claudia Schickling (Leiterin der TU Wien Pilotfabrik Industrie 4.0), Hubert Schrenk von Niederösterreichs Wirtschaftsagentur ecoplus, Rudolf Steinkellner vom Verband Österreichischer Ingenieure (Landesgruppe Niederösterreich) und Katja Bühler vom Forschungszentrum für Virtual Reality und Visualisierung.

Für den TÜV Austria Wissenschaftspreis 2020 läuft bereits die Bewerbungsfrist (bis 10.7.2020). Es winken 8.000 Euro für die beste Diplomarbeit, Masterarbeit oder Dissertation, 5.000 Euro für die beste HTL-Abschlussarbeit sowie 2.000 Euro für ein technisch-innovatives Unternehmensprojekt.