Fehlende Gastronomie trifft Winzer hart. Lieferungen an Privatkunden seien zwar möglich, doch „man darf auch die Zustellbranche jetzt nicht überfordern“, zeigt sich die Deinzendorfer Winzerin Tanja Dworzak solidarisch.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 27. März 2020 (07:13)
Tanja Dworzak spricht von einer "extrem tragischen" Situation.
Franz Enzmann

Geschlossene Gastronomiebetriebe treffen auch die vielen heimischen Winzer sehr hart. Ein großer Teil der Abnehmer fehlt. Zusätzlich fällt der Abhof-Verkauf weg und wichtige Messen wurden abgesagt. „Die Situation ist extrem tragisch, viele Winzer hängen derzeit in der Luft“, weiß Winzerin Tanja Dworzak. Auch Prüfnummernanträge würden derzeit nur im höchsten Notfall behandelt, was den Verkauf des Weines zusätzlich auf unbestimmte Zeit verzögert.  

Die Bestellungen von Privatkunden seien zwar beim Deinzendorfer Weingut durch die Coronakrise nicht beeinträchtigt und in etwa gleich wie zuvor. Doch die Lieferung sei ebenfalls erschwert. „Hier muss man an die Zustellbranche und deren Mitarbeiter denken. Die darf man auch nicht überfordern“, denkt Dworzak weiter. Selbstverständlich wolle man Stammkunden aber nicht im Stich lassen. Daher wiege die ehemalige Weinkönigin aktuell sehr genau ab, welche Pakete sie unbedingt versenden sollte und welche noch warten können.

Frost als zusätzliche Sorge

 Verpackungsmaterial sei aktuell ebenfalls schwer zu bekommen. „Natürlich sind es auch unsere Einnahmen. Aber ich tu' mir schwer jetzt haufenweise Pakete zu versenden, wenn die Zusteller sowieso schon am Limit sind“, sei es ihrer Meinung nach ein schmaler Grat. Doch wenn jeder hier einen Mittelweg finde, könne es funktionieren, ist Dworzak überzeugt.

Die Arbeit im Weingarten gehe indes weiter. Aktuell sei man mit dem Anbinden fertig und könne beruhigt die Arbeiten am Traktor angehen, die man sowieso ohne viele Helfer erledigen kann. Den Winzern sei auch zugesagt worden, dass alle benötigten Mittel weiter erhältlich seien. „Jetzt müssen wir hoffen, dass der kommende Frost nicht zu viel ruiniert. Aber das hat nichts mit Corona zu tun.“