Trick mit falschem Penis ging schief. Bezirksgericht / 19-Jähriger wollte Drogenkonsum verschleiern, flog aber mit einem Schweißausbruch beim Hollabrunner Amtsarzt auf.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 31. Dezember 2013 (23:59)
NOEN, Erwin Wodicka
Von Christoph Reiterer

BEZIRK / Was tun, wenn man beim Amtsarzt einen negativen Drogentest abliefern muss, aber zuvor Drogen konsumiert hat? Vor diesem Dilemma stand im September ein 19-Jähriger aus dem Bezirk Hollabrunn.

Kein Job, familiäre Probleme – deshalb habe er wieder zur verbotenen Substanz gegriffen, erklärte er am Bezirksgericht Hollabrunn. Was er sich dann einfallen ließ, ist Richter Erhard Neubauer noch nie untergekommen. Der Teenager suchte und fand im Internet einen künstlichen Penis. Den schnallte er sich – synthetischer Harn inklusive – um, als er zum Amtsarzt marschierte, um eine negative Urinprobe abzugeben. Doch der Schwindel flog auf, denn der junge Mann bekam in der Behörde einen Schweißausbruch und wurde deshalb aufgefordert, sich auszuziehen.

Wegen der Fälschung eines Beweismittels und Suchtmittelkonsums setzte es nun die nächsten Anzeigen. „Ich war mir nicht sicher und wollte nicht riskieren, eine positive Probe abzugeben“, sagte der 19-Jährige reumütig vor dem Richter und bat um ein mildes Urteil, da er im Jänner endlich eine Ausbildung beginnen könne. Richter Neubauer verhängte eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Wochen.

Drogenkonsum? „Finde nichts Schlimmes dabei“ 

Das war aber nicht das einzige Drogendelikt, das es am letzten Verhandlungstag des alten Jahres zu bearbeiten galt:

„Ich seh da nix Schlimmes“, meinte ein 21-Jähriger aus dem Pulkautal, der wegen Drogenkonsums seit fünf Jahren mit dem Gesetz im Konflikt ist. Er hatte vom Richter bereits die Chance bekommen, negative Urinproben beim Amtsarzt abzugeben und somit einer Vorstrafe zu entgehen. Doch sein Cannabis-Wert war zuletzt wieder positiv. „Sie konsumieren trotzdem lustig weiter“, stellte Richter Neubauer fest. Der Angeklagte beantragte trotzdem einen Freispruch, bekam jedoch eine bedingte Freiheitsstrafe von sechs Wochen aufgebrummt.

Noch nicht so weit ist es bei einem 21-Jährigen aus Guntersdorf. Er war mit einem Joint erwischt worden. „Es war nur ein Mal zum Ausprobieren und hat eh nichts gebracht“, sagte er vor Gericht. Er hat nun die Chance, mit negativen Proben beim Amtsarzt einer Vorstrafe zu entgehen.

Eine bedingte Freiheitsstrafe von vier Wochen setzte es für eine Tschechin, die in Schrattenthal Marihuana, THC und Crystal Meth konsumiert hatte.