Geschäftswelt in Ziersdorf wächst

Erstellt am 26. Januar 2022 | 05:41
Lesezeit: 4 Min
Die NÖN schaute bei Geschäftsleuten vorbei, die mit ihrem Unternehmergeist für neues Leben in der Gemeinde Ziersdorf sorgen.
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Während anderswo über Geschäftsschließungen geklagt wird, herrscht in der Ziersdorfer Geschäftswelt reger Pionier- und Unternehmergeist. Zwei neue Speiselokale, ein Hofladen sowie ein nachhaltiges Geschenke- und Wohnaccessoiregeschäft und der beste österreichische Feuerkünstler und Hochzeitsplaner haben ihre Betriebe eröffnet.

Ein Rundgang führt die NÖN zuerst in die Kellergasse. Dort wagte der gelernte Koch Patrick Zierl mit der Pizzeria „Gog“ den Sprung in die Selbständigkeit. Mit Erfolg. Eröffnet wurde am 1. Juli 2021. Der 27-Jährige, seit 2014 in der Gastro-Branche, mietete sich im ehemaligen Kebap-Lokal ein. „Das Geschäft läuft sehr gut. Wir punkten damit, dass wir alles frisch zubereiten“, sagt Zierl, während er eine vegetarische Pizza mit frischen Paprikastreifen belegt. Die heiße Pizza wird in einen Karton verpackt und vom hauseigenen Lieferservice zum Kunden gebracht.

„Im Lockdown ist der Lieferservice noch mehr geworden“, erzählt Zierl, der mit seiner Frau Melanie und Tochter (2) Samantha in Großmeiseldorf lebt.

Vom „Shanghai“ weiter nach Großmeiseldorf

Biegt man von der Kellergasse links in die Hornerstraße ein, kommt man zum neu eröffneten Asia-Restaurant „Shanghai“. Die Lokalität ist nicht neu, die Besitzerin schon. Die freundliche Chefin heißt Wu Jie Jun und betreibt das gut gehende Chinarestaurant. Zum Wochenende gibt’s ein Mittagsbuffet und das Mittagsmenü ist jeden Tag zu haben – außer am Ruhetag (Montag).

Weiter auf der Hornerstraße gelangt man nach Großmeiseldorf, wo Jürgen Walzer vor einem Jahr seinen Hofladen eingerichtet hat, der seit Oktober rund um die Uhr die Möglichkeit zur Selbstbedienung bietet. Schweinefleisch gibt es aus der eigenen Zucht. Bald soll auch Hühner- und Rindfleisch vom eigenen Bauernhof angeboten werden. „Ich fange jetzt mit dem Masthühnerstall an. Dann geht’s zur Planung des Rinderstalls. Ob ich den heuer noch bauen kann, weiß ich nicht“, erklärt Walzer.

Schließtage, weil der Hof viel Zeit beansprucht

Das Wirtshaus hat er von Montag bis Donnerstag geschlossen. „Nicht, weil das Geschäft nicht mehr ging, sondern weil es mir mit dem Hofladen zu viel Arbeit war“, so Walzer, der gleichzeitig betont, sich von keinem Angestellten getrennt zu haben. Denn es fallen neue Arbeiten an, wie etwa die Fakturierung der Hofprodukte. Seine Frau arbeitet im Büro und macht die Mehlspeisen für den Gasthof. Die beiden Buben, vier und acht Jahre alt, helfen auch schon ein bisschen am Hof mit.

Geselchtes, Schmalz, Presswurt und Blutwurst liefert Walzer schon an eine Billa-Plus- und drei Billa-Filialen. „Corona hat dazu beigetragen, dass ich während der Lockdowns den Schweinestall gebaut und umstrukturiert habe“, erzählt der Unternehmer, der auf das Tierwohl achtet und den Schweinen ausreichend Stroh und Auslauf bietet. Seit vorigem November werden die Tiere vor Ort geschlachtet. „Es ist ein Tierwohlstall, sogar das Fernsehen war da“, berichtet Walzer.

Auf umweltverträglich produzierte Geschenke und Wohnaccessoires hat sich Bernadette Nimmervoll-Greindl vom Geschäft „Wohnzauber“ im Gewerbepark in Ziersdorf spezialisiert. „Meine Waren sind zu 90 Prozent nachhaltig. Ich habe zwei Jahre recherchiert, um das Sortiment aufzustellen“, erläutert die Geschäftsfrau, die im Spätherbst eröffnete. Eine besondere Spezialität sind die selbstgefertigten Blumenkränze und Gestecke aus Trockenblumen.

Geht man aus dem „Wohnzauber“ hinaus, hat rechts daneben der Feuerkünstler Andreas Szymonik ein Grundstück für seine Lagecontainer gekauft. Dreimal wurde der Bisamberger als bester österreichischer Hochzeitsshowplaner ausgezeichnet.

„Es gibt noch mehrere Interessenten für Betriebsgründungen im Wirtschaftspark in Ziersdorf“, weiß Bürgermeister Hermann Fischer. Was mit dem Leerstand der ehemaligen Bipa-Filiale beim Penny-Markt geschieht, ist indes ungewiss. Das Areal gehört dem Rewe-Konzern. Eine NÖN-Anfrage blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

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