Aus für Alberndorfer „Busverein“. Der Verein „Weinviertellinie“ wird aufgelöst, da die Verkehrsdienste neu ausgeschrieben und vergeben werden.

Von Franz Enzmann. Erstellt am 23. Februar 2017 (05:17)
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Bei der vorwöchigen Generalversammlung der „Weinviertellinie“, dem „Verein zur Sicherung des öffentlichen Personennahverkehrs im nördlichen Niederösterreich“, beschlossen die Mitglieder die Auflösung ihres Vereins.

VOR gibt Fahrtenzahl und -zeiten vor: Verein verlor Aufgabe

Als vor mehr als zehn Jahren der ÖBB-Kraftwagendienst sein Angebot an Buslinien einschränkte, gründete der frühere VP-Nationalratsabgeordnete Heribert Donnerbauer mit Weinviertler Gemeinden diesen Verein. In einem Vertrag mit Busbetreibern, sprich der ÖBB-Postbus GesmbH, wurde festgehalten, welche Grundsicherung an Buslinien die Gemeinden einforderten. Diese wurden über den Verein auch finanziert, dafür gab’s Fördermittel von Bund und dem Land NÖ.

Die Auflösung begründet Donnerbauer mit dem seit zehn Jahren gültigen Ausschreibungsgesetz: Die Fahrzeiten und die Anzahl der Fahrten legt nicht mehr der Betreiber fest, jetzt gibt der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) diese den Bewerbern bereits vor.

Der Verein hat damit sein Aufgabenfeld verloren. „Damit wird unser Vertrag im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst, ebenso der Verein, da keine Fördergelder mehr fließen“, erklärt Donnerbauer.

Böhm stellt fest: „Des einen Freud‘, des anderen Leid!“

Bei der Generalversammlung erläuterte VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll die Grundlagen der Ausschreibung aller Buslinien. Das Verfahren erfolgt europaweit, alle Verkehrsunternehmen können sich bewerben. „Im Juli 2017 werden die neuen Fahrpläne für die Regionalbusse in Kraft treten“, teilt VOR-Pressesprecher Georg Huemer auf NÖN-Anfrage mit. „Der sich auflösende Verein hat nichts mit der künftigen Fahrplangestaltung bei den Buslinien zu tun.“

VP-Gemeinderätin Renate Böhm aus Alberndorf kritisierte zuletzt, dass der Bus künftig nicht mehr direkt bis nach Hollabrunn fahren soll. Ihre Anregung bezüglich der angeblich kurzen Umstiegszeit vom Bus auf die Bahn am Guntersdorfer Bahnhof wird zur Zeit im VOR geprüft, teilt Huemer mit.

Böhm nahm an der Generalversammlung teil. „Alle Veränderungen erfolgen aufgrund diverser Fahrgastzählungen. Es wurde ein bedarfsorientiertes Angebot erstellt“, erklärt sie. Der etwas resignierende Nachsatz: „Des einen Freud‘, des anderen Leid! Immer wieder wird irgendjemand betroffen sein.“

Über alle Aktivitäten im öffentlichen Verkehr veranstaltet der VOR am 7. April um 18 Uhr im Hollabrunner Stadtsaal einen frei zugänglichen Infoabend.