Ungesunde Pommes? AK-Bericht regt auf. „Panikmache“ / Franz Wanzenböck von der IG Erdäpfel spricht von Rufschädigung. Hollabrunner Produzent: „Unnötige Unsicherheit.“

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 13. Mai 2014 (09:22)
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Produktion in Hollabrunn: Das Einhalten der strengen Qualitätskriterien sei – neben der Sicherheit der Mitarbeiter – die oberste Priorität, betont Unternehmenssprecherin Karin Bindreiter.
NOEN, zVg
HOLLABRUNN / Heftige Kritik übt die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau an der Arbeiterkammer Oberösterreich. Diese hatte in einer Aussendung getitelt, dass in zehn von elf Pommes-Frites-Proben Spuren von Pestiziden gefunden worden seien. Mit derlei Aussagen werde auch dem Pommes-Erzeugungsstandort Hollabrunn geschadet.

Nur in einem Nebensatz werde darauf hingewiesen, dass in keiner einzigen Probe der gesetzlich erlaubte Höchstwert erreicht wurde, ärgert sich die Interessengemeinschaft Erdäpfel über „unbegründete Panikmache“ der AK OÖ gegenüber den Konsumenten. Obmann Franz Wanzenböck befindet die Vorgangsweise als skandalös: „Obwohl eindeutig innerhalb erlaubter Werte gearbeitet wurde, wird der Öffentlichkeit suggeriert, dass die Erdäpfel geradezu giftig seien.“

Lieber Pommes aus  dem Ausland essen?

Das sei rufschädigend und für die sorgsam produzierenden Erdäpfelbaubetriebe sehr frustrierend. Wanzenböck bezweifelt außerdem die Repräsentativität der Untersuchungen.

Da es in Österreich praktisch keine Biopommes-Produktion gebe, sei es sehr bedenklich, den Konsumenten gleichsam zu raten, auf Bio-Pommes umzusteigen. Das bedeute, dass diese lieber Pommes aus dem Ausland essen sollen, schlussfolgert Wanzenböck. Letztlich nehme die Arbeiterkammer damit in Kauf, grundlos österreichische Arbeitsplätze zu gefährden und richte sich gegen zahlreiche AK-Mitglieder, die mit der arbeitsintensiven Pommes-Produktion ihren Lebensunterhalt verdienen. Alleine in Hollabrunn seien 200 Personen beschäftigt, deren Jobs von der heimischen Pommes- und Erdäpfelproduktion abhängig sind.

Beim Erdäpfelproduzenten Lamb Weston in Hollabrunn ist man naturgemäß auch nicht glücklich über die Aussendung. Die OÖ Arbeiterkammer verbreite unnötige Unsicherheit, so Unternehmenssprecherin Karin Bindreiter. „Lamb Weston Austria schickt Kartoffeln und Fertigprodukte regelmäßig an ein externes Labor, um zu verifizieren, dass alle Grenzwerte eingehalten werden. Somit können unsere Kunden und Konsumenten unsere Produkte und die Pommes jederzeit bedenkenlos genießen.“