Untergruber Storch brachte Osterlämmer. Wird ein Kind geboren, wird in Untergrub ein Storch aufgestellt. Jetzt war der Bote in tierischer Mission unterwegs: Weil sich der ganze Ort freute, dass in der Schafherde des Vizebürgermeisters fünf Lämmer geboren wurden, wurde auch der Storch aufgestellt.

Von Christiane Fürst. Erstellt am 06. April 2021 (15:54)

Am Karfreitag gab es für Göllersdorfs Vizebürgermeister Martin Schirmböck eine Überraschung: Vor dem Gehege seiner Schafe wartete ein riesiger Storch samt Plakat auf ihn.

Was dahintersteckt? Normalerweise deutet diese Aufmachung auf menschlichen Nachwuchs hin. Doch rund um Ostern haben sich die Untergruber überlegt, den Storch für den tierischen Zuwachs ihres Vizebürgermeisters ausfliegen zu lassen. Woher die Idee ursprünglich stammt, weiß die Truppe nicht mehr genau, erzählt Christina Holzer: „Wir haben gemeinsam gescherzt, dass das lustig wäre – gerade, weil er ja auch Vizebürgermeister ist. Die Draufgabe ist dann noch der NÖN-Artikel“, lacht die Untergruberin und freut sich, dass der Plan aufgegangen ist.

 

Storch beglückt nach und nach das ganze Dorf

Und so wurden die fünf Lämmer in der Herde herzlich begrüßt. Die Schafe wurden rechtzeitig vor Ostern am Palmsonntag und in der Karwoche geboren. Schirmböck erwartet noch vier weitere Osterlämmer. Die Grußbotschaft des Storches kam bei dem Landwirt gut an, der nur einen Dämpfer zugeben musste: Die dazugehörigen Festivitäten müssen wegen des Lockdowns und wegen des Feiertages auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Der selbst gebastelte Storch bringt bereits einiges an Erfahrung mit: In den vergangenen drei Jahren habe es im etwa 100-köpfigen Ort unüblich viele Geburten gegeben. „Da muss etwas im Boden sein“, schmunzelt Holzer. So habe der Storch mehrmals übersiedeln müssen und langsam das ganze Dorf beglückt. 18 Mal sei das der Fall gewesen, allein im letzten Jahr habe Untergrub fünf neue Bewohner begrüßen dürfen. „Tendenz stark steigend“, lacht Schirmböck, denn für den Sommer wird schon die nächste Geburt erwartet.

Er habe immer wieder betont, dass Untergrub größer werden müsse. Schirmböck zufolge sorge der „rasche Zuzug“ auch dafür, dass das Dorf immer in Bewegung bleibt. „Wir haben eine starke Fluktuation, deswegen ist es schwierig, zu sagen, wie viele wir genau sind“, scherzt der Landwirt.