41-Jährige auf B45 niedergefahren: Rätsel um Unfall. Fußgängerin wurde an Novembermorgen in Untermarkersdorf (Bezirk Hollabrunn) von einem Auto schwer verletzt. Angeklagte beteuert, nur geholfen zu haben.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 02. Mai 2019 (05:29)
Shutterstock, Volodymyr Baleha
Symbolbild

Eine heute 33-jährige Pkw-Lenkerin soll Ende November 2018 beim Rechtsabbiegen auf die B 45 eine dunkel gekleidete Fußgeherin (41) erfasst haben. Ein klarer Fall? Schien so. Doch nun musste sich die Lenkerin dafür am Bezirksgericht verantworten und erklärte, den Unfall nicht verursacht, sondern nur Erste Hilfe geleistet zu haben.

Sie war auf dem Weg zu einem Deutschkurs und wollte die Straße queren, als sie plötzlich von einem dunklen Auto erfasst wurde, das „sehr schnell“ um die Kurve gekommen sei, erklärte das Opfer im Zeugenstand. Danach habe die Lenkerin Gas gegeben und sei weggefahren, später aber wiedergekommen.

„Sie hat sich entschuldigt“, schilderte die Frau, die einen Knöchelbruch erlitt und im Rollstuhl zur Verhandlung erschien. Es sei jedenfalls die Angeklagte gewesen, die am Steuer des Wagens saß, der sie niedergefahren hatte. „100-prozentig, ich habe sie sofort erkannt.“

„Sie sitzt hier, weil sie als Erste geholfen hat“

„Die Angeklagte sitzt heute hier, weil sie Zivilcourage bewiesen und als Erste geholfen hat“, erklärte Nicole Feucht, Anwältin der Beschuldigten. Es habe reger Berufsverkehr geherrscht, als ihre Mandatin im Rückspiegel jemanden auf der Straße liegen sah. Sie habe sich gefragt, warum da niemand stehen bleibt, umgedreht und sich um die Verletzte gekümmert, beteuerte auch die Angeklagte selbst. „Ich habe sie beruhigt, weil sie vor Schmerzen gejammert hat und auch sehr aufgebracht war. Und ich habe die Rettung gerufen.“

Es sei kein Kratzer an ihrem Auto. „Ich schließe aus, dass ich den Unfall verursacht habe“, betonte die Pulkautalerin auf Nachfrage von Richter Erhard Neubauer.

Das Opfer erklärte überdies, dass ein fremder Mann die Einsatzkräfte alarmiert habe. Die Verhandlung wurde schließlich vertragt. Ein Lokalaugenschein soll nun Klarheit bringen.