Jungwinzerin Katharina triumphierte in Rotwein-Hochburg. Katharina Baumgartner holte Doppel-Gold bei internationalem Weinwettbewerb „Feminalise Paris“.

Von Romana Schuler. Erstellt am 12. September 2020 (05:55)
Erst kreierte sieParfums, jetzt ist sie Wein-Champion mit Musik-Kick: strahlende Siegerin Katharina Baumgartner zwischen Urkunden und ihren prämierten Weinen.
Romana Schuler

Seit drei Jahren arbeitet Katharina Baumgartner im traditionsreichen Familienunternehmen mit, das seit 1725 besteht und unter der Leitung ihres Vaters mit rund 200 Hektar Rebfläche zu einem der größten Weingüter in Österreich geworden ist. Die 22-jährige Absolventin der Klosterneuburger Wein- und Obstbaumschule wirkt äußerst sympathisch und zielorientiert.

„Meine Eltern haben mich nicht zum Beruf Winzerin gedrängt“, erzählt sie. „Meinen ersten Wein habe ich mit 16 Jahren gekostet. Allerdings hat mein Papa mit uns Kindern Riechspiele mit unterschiedlichen Weinsorten gemacht. Das hat dazu geführt, dass ich angefangen habe, Blüten von Pflanzen im Garten zu sammeln, um mein eigenes Parfüm zu kreieren.“

Vom Parfüm habe sie dann doch zum Wein gewechselt, weil auch bei der Weinherstellung das Riechen ein wesentlicher Aspekt ist.

Seit 2017 hat Katharina Baumgartner sechs eigene Weinsorten, drei Rot- und drei Weißweine, auf den Markt gebracht. Der Einsatz von Musik bei ihrer Produktion sorgt für Aufsehen: Der Wein wird im Tank mit Unterwasserlautsprechern beschallt. Das musikalische Aufrühren der Hefe durch die Frequenzen, die „Battonage au musique“, bewirke eine wesentlich feinere Vermischung als das herkömmliche mechanische Rühren.

Meistens sind es Operetten, die ihr Nachbar, Romantik-Theater-Leiter Roland Baumgartner, komponiert hat. Trotz Namensgleichheit sind die beiden Familien nicht verwandt. „Selbst bei der Musik kann ich auf die Regionalität hinweisen“, lächelt Katharina Baumgartner.

Dass sie mit ihren Innovationen erfolgreich ist, belegt eine Reihe von internationalen Preisen. 2017 holte sie den Titel „Austrian Winery of the Year“ bei der International Wine Competition in New York. Doch weil sie noch keine 21 war, durfte sie den Preis nicht persönlich in Empfang zu nehmen, erzählt sie amüsiert: „Meine Weine reisen bereits um die Welt, ich nicht.“

Gold beim „Concours Mondial des Feminalise Paris“ zu ernten, ist nun ein weiterer, ganz besonderer Erfolg, denn hier werden ausnahmslos Weine von Winzerinnen gekürt. Auch die rund 150-köpfige internationale Jury ist ausschließlich mit weiblichen Weinprofis besetzt.

„Mit einem Blauen Burgunder und einem St. Laurent gerade in der Rotweinhochburg Frankreich erfolgreich zu sein, ist ein wirkliches Highlight für ein österreichisches Weingut und kommt nur sehr selten vor“, berichtet Katharina Baumgartner stolz.

Seit Kurzem steht ein großer schwarzer Flügel im eleganten großen Verkostungsraum der Domäne Baumgartner. „Ich spiele Klavier, seit ich sechs Jahre alt bin.“ Traurige Melodien mag sie nicht. „Für mich ganz privat spiele ich am liebsten Boogie, aber nie vor Publikum“, lacht sie verschmitzt.