Der Wein rockt im Glas. Keine plumpe Marketing-Strategie steckt hinter „Rockabilly Weinkult“. Ramona & René Pollak lieben den Style der 1950er und verbinden dies mit einem Weinviertler Urprodukt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 30. Juli 2014 (07:01)
NOEN, Widhalm
Rockabilly Weinkult ist keine Fassade: Ramona und René Pollak leben den Lifestyle, halten aber an ihren Weinviertler Wurzeln fest. Foto: Widhalm
Johnny Cash, der Petticoat und die Haartolle – Rockabilly prägt in all seinen Facetten bis heute Generationen. Der Lifestyle erlebt seit dem August 2013 ein kleines Revival in einem Angerdorf, wo man ihn nicht vermuten mag. Ramona & René Pollak schaffen das, was manchen unmöglich erscheint: Rockabilly lässt sich tatsächlich in Flaschen abfüllen.

„Rockabilly passt überall hin“

Das junge Paar ist kein unbekanntes Gespann in der Rockabilly-Szene, die beiden lieben den Style, die Musik und die Möbel aus den 1950er-Jahren. Aber lässt sich das alles mit einem Winzer-Dasein mit all seinen traditionellen Aspekten verbinden? „Rockabilly passt überall hin“, sagt René Pollak. Und nicht nur, weil Hillbilly so viel wie Landei heißt.

Der Unterretzbacher mit einer Vorliebe für unvorhergesehene Wege: Er sollte in die Fußstapfen seiner Eltern treten und absolvierte die Weinbauschule in Krems. Diesem Beruf kehrte er später den Rücken und schloss eine Optiker-Lehre ab. Jahrelang beschäftigte er sich nicht einmal ansatzweise mit dem Weinbau.

2007 erfolgte die Übernahme des Betriebs

Seine Wurzeln machten sich dann doch noch bemerkbar: René wollte sein eigener Herr sein, seine Liebe zum Wein ausleben. Ein Wunsch, den seine Partnerin nicht sofort teilen konnte. Ramona Pollak fürchtete, dass die Zeit für die zwei Söhne zu kurz kommen würde. Sie merkte aber auch, dass ihr Gatte unzufrieden geworden ist.

2007 übernahmen die beiden den Weinbau-Betrieb. „2012 überlegten wir uns: Was macht uns so richtig Spaß?“, erzählt René Pollak. Antwort: Rockabilly, zusammengeführt mit dem Wein. Der Hof produziert nun neben seiner traditionellen Linie für echte Kenner außerdem einfach gestrickte Weine für ihre Rockabilly-Linie.

Jede Sorte dieser Bouteillen ziert ein Etikett mit Rockabilly-Motiven, eigens gestaltet von einem Tattoo-Künstler. Beim 2014er-Jahrgang ist dies ein „True Fellas“-Tattoo.

Freude über den großen Hype

Die Weinqualität der neuen Marke soll nicht zu kurz kommen. Rockabilly bedeutet für René Pollak auch, seine Sache ordentlich zu machen. Er ist die Kraft hinter allen Abläufen im Betrieb. Ramona steht ihm im Marketing, in der Buchhaltung und Produktion zur Seite.

Rockabilly Weinkult hat Wellen geschlagen, dank Facebook-Auftritt und der folgenden Medienberichte. Selbst im Studio der Barbara Karlich-Show nahm das Pärchen Platz. „Da sieht man auch, dass es der richtige Weg war“, freut sich Ramona über den Hype. Auch René geht voll im Rockabilly Weinkult auf: „Selbst unsere alteingesessenen Kunden sind zu mir gekommen, haben mir auf die Schulter geklopft und gesagt: Endlich, genau das bist du!“