Lösung gesucht: Obernalb leidet unter Verkehr. Viele Schwertransporter und zu schnelle Pkws stören die Anrainer in Obernalb. Nun werden erneut Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 13. November 2019 (05:48)
Durch die Engstellen in Obernalb quälen sich laut Anrainern täglich auch Schwertransporte. Dachvorsprünge seien bereits öfters beschädigt worden.
Franz Enzmann

An der „Verkehrshölle Obernalb“ hat sich laut Anrainer Gerald Dick nichts verbessert. Bereits vor zwei Jahren setzte er sich für Geschwindigkeitsbegrenzungen und beruhigende Maßnahmen wie Verkehrsinseln oder 3D-Bodenmarkierungen ein. Doch außer Verkehrszählungen und einem „Alibi-30er“ im Kreuzungsbereich Richtung Obermarkersdorf sei nichts passiert, kritisiert er.

„Das Ende einer Geschwindigkeitsbeschränkung kann doch beim Autofahrer nur eines auslösen: Jetzt kann ich wieder schneller fahren“Gerald Dick

„Zwischenzeitlich hat der Verkehr stark zugenommen, insbesondere der Schwerverkehr“, meint Dick, dessen Haus direkt an der Durchzugsstraße liegt. Lange und schwere Holztransporte würden sich durch den engen Ort quälen, Beschädigungen an Dachvorsprüngen seien wiederholt zu beobachten; der Straßenlärm nehme weiter zu.

Auch versteht Dick nicht, warum die Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h – wenn man von Schrattenthal in den Ort einfährt – bereits vor der Ortstafel wieder aufgehoben wird. „Das Ende einer Geschwindigkeitsbeschränkung kann doch beim Autofahrer nur eines auslösen: Jetzt kann ich wieder schneller fahren“, beobachtet der Obernalber, dass deutlich zu schnell in den Ort eingefahren wird.

Doch so einfach sei das nicht. Die Ortstafel könne nicht weiter versetzt werden, diese stehe korrekt am Ende des bebauten Gebietes, wie die Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn bei einer kürzlich erfolgten Verkehrsverhandlung feststellte.

Verkehrsaufkommen ist unter dem Durchschnitt

Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung könne nicht ohne rechtliche Grundlage erweitert werden. Die unübersichtliche Strecke, die sich davor durch die Kellergasse ergebe, sei an dieser Stelle bereits wieder vorbei. Außerdem lasse eine Beschränkung dort „keine Absenkung der Einfahrgeschwindigkeit erwarten“, wie Bezirkshauptmann Andreas Strobl erklärte. Man wolle nun jedoch erneute Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen vornehmen.

Strobl hielt aber fest, dass die bisherigen Verkehrszählungen in Obernalb ein für niederösterreichische Ortsdurchfahrten „unter dem Durchschnitt liegendes Verkehrsaufkommen, mit einem etwa durchschnittlichen Anteil des Schwerverkehrs“ zeigen.

Bürgermeister Helmut Koch ist dieses Problem als Obernalber ebenfalls sehr gut bekannt. „Wir bleiben dran“, kann er sich eine Verkehrsinsel am Ortsbeginn vorstellen.

Enge Bebauung muss beachtet werden

Gerald Dick hofft, dass in die aktuellen Verkehrszählungen Parameter wie die spezielle enge Situation und die Bebauung des Ortes einfließen, um dann passende Maßnahmen definieren zu können.

Das kann Wolfgang Dafert, Leiter der Straßenbauabteilung in Hollabrunn, versichern. Verkehrssachverständige würden alle diese Punkte genau untersuchen und in ihre Beurteilung einbeziehen.

Zuallererst appelliert Dafert jedoch an die Autofahrer: „Wir haben es als Bevölkerung in der Hand“, solle man darüber nachdenken, warum die meisten Autofahrer in Österreich schneller als erlaubt fahren, gleichzeitig aber zu schnelles Fahren kritisieren, wenn es vor ihrer Haustüre passiert.

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