Bezirk Hollabrunn: Kritik von Pendlern wundert die ÖBB. Während Pendler klagen, spricht ÖBB von steigender Pünktlichkeit.

Von Sandra Frank und Veronika Löwenstein. Erstellt am 10. Juli 2019 (03:55)
NOEN
Die Beschwerden der Pendler über verspätete Züge und Chaos nachAusfällen reißen nicht ab.

Die Pendler werden in diesem Sommer auf eine harte Probe gestellt. Es vergeht kein Tag, in der in der Facebook-Gruppe „Infos für ÖBB Reisende zwischen Retz und Wien“ nicht von enormen Verspätungen und Zugausfällen berichtet wird.

Der Unmut ist groß, immerhin bezahlen die Bahnfahrer teures Geld, und müssen dann auch noch schwitzen, wenn endlich ein Zug fährt, aber die Klimaanlage ausgefallen ist.

Während sich die Politik nun halbwegs einig ist, was den zweigleisigen Ausbau der Nordwestbahnstrecke zwischen Stockerau und Hollabrunn/Retz betrifft (die NÖN berichtete), meint ÖBB-Sprecher Karl Leitner zur aktuellen Situation: „Die angeführte Kritik an Zugausfällen können wir nicht nachvollziehen.“

Im Juni hätte es auf der Strecke zwar in Summe 57 Zugausfälle gegeben, diese seien aber durch verschiedener Ereignisse verursacht worden. Eine Brückenkollision hatte allein 15 Ausfälle zur Folge. Weitere 13 gingen auf die Kappe eines Blitzschlags, der die Sicherungsanlage störte.

„Wir haben im letzten Jahr ein umfangreiches Programm erstellt, welches die Pünktlichkeit dieser Strecke verbessern soll“, betont Leitner. Die Pünktlichkeit auf der Nordwestbahn sei von November 2018 (91,6 Prozent) bis bis Juni 2019 (94,2 Prozent) klar angestiegen.

Bis März dieses Jahres wurde beim Cityjet die Türsteuerung umgebaut, um ein rascheres Schließen zu erreichen, nennt Leitner eine Maßnahme. „Selbstverständlich arbeiten wir aber weiter an der Pünktlichkeit im Sinne unserer Fahrgäste!“

Zug-Chaos auch in den Nachbarbezirken

Die Heimatfahrt Richtung Laa/Thaya endete für die Pendler am Montag vor einer Woche im Chaos. Nach einer Zugkollision in Wien-Floridsdorf ging im S-Bahn-Verkehr in Richtung Norden nichts mehr. „Seit über 30 Jahren hat es noch nie ein derartiges Chaos gegeben“, erzählt Karl Mechtler, Obmann der Ladendorfer Pendlerinitiative. Die Informationspolitik der ÖBB sei katastrophal gewesen. Züge, die angesagt wurden, fuhren nicht zur angegebenen Zeit. Auch ein Anruf bei der ÖBB-Hotline brachte keine Hilfe. Die ÖBB hätte laufend über die Einstellung des Zugverkehrs informiert.