Banküberfall geklärt: 20-Jährige stellte sich. Am vergangenen Freitagnachmittag war die kleine Raika-Filiale Alberndorf im Pulkautal überfallen worden. Der vollkommen vermummte, etwa 1,65 m große Täter erbeutete einige tausend Euro und flüchtete mit einem Rad samt Kindersitz. Nach Durchsicht der Bilder aus der Überwachungskamera war ein weiblicher Räuber vermutet worden. Das bewahrheitete sich.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 30. September 2020 (12:50)
Der Tatort in Alberndorf im Pulkautal
Romana Schuler

Der Raub spielte sich binnen weniger Sekunden ab, wie der betroffene Geschäftsleiter gegenüber der NÖN berichtete. Nicht ganz so blitzartig, aber dennoch sehr schnell war der Fall aufgeklärt. Der Fahndungsdruck auf die flüchtige Frau dürfte zu groß geworden sein. Sie stellte sich der Polizei. 

Die Täterin hatte wortlos einen Zettel mit der Aufschrift „Überfall“ auf das Kassenpult gelegt und den Angestellten mit einem waffenähnlichen Gegenstand bedroht. Dieser legte daraufhin Banknoten auf das Pult. Die Räuberin verstaute die Beute in einer mitgebrachten grauen Plastiktasche. Anschließend flüchtete sie mit einem grauen Damenfahrrad mit montiertem Kindersitz - sie soll es sich von einer ahnungslosen Bekannten geborgt haben - in unbekannte Richtung. 

Rasco vom strengen Winter
LPD NÖ

Bedienstete der Polizeiinspektion Haugsdorf konnten in den frühen Abendstunden des 27. September das vermutlich bei der Tat verwendete Fahrrad in Alberndorf vorfinden. Bei einer richterlich angeordneten Hausdurchsuchung fanden die Ermittler der Raubgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich mithilfe von Barmittelspürhund "Rasco vom strengen Winter" das bei der Tat verwendete Plastiksackerl.  

Schließlich stellte sich die Einheimische bei den Beamten des Landeskriminalamtes und legte ein umfassendes Geständnis ab. Bei dem Überfall hätte sie mit einer Akkubohrmaschine eine Faustfeuerwaffe vorgetäuscht. Die gesamte Raubbeute konnte sichergestellt werden. Die Beschuldigte wurde der Staatsanwaltschaft Korneuburg angezeigt.