Bürgermeister: „Fassade ist sehr desolat“

In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt wird die Volksschule Wullersdorf innen und an der Westfassade saniert.

Sandra Frank
Sandra Frank Erstellt am 24. September 2021 | 05:47
Wullersdorfer Volksschule
Gefahr in Verzug: Teile der Fassade bröckelten bereits ab. Jetzt wird die alte Wullersdorfer Volksschule saniert.
Foto: Franziska Krimmel

Die alte Volksschule am Wullersdorfer Hauptplatz neben der Kirche diente als Raum für Veranstaltungen. Innen – der sogenannte Gemeindesaal – wie außen muss saniert werden, wie berichtet, ist Gefahr in Verzug: „Die Fassade ist sehr desolat, Teile vom Gesims sind schon heruntergefallen“, informiert Bürgermeister Richard Hogl (ÖVP) seine Gemeinderäte, weshalb ein Gerüst aufgestellt wurde.

Die Sanierung des Gebäudes ist nicht so einfach, da alles in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt (BDA) geschehen muss, aber: „Für die Sanierung der Westseite der Fassade hat es schon seine Zustimmung gegeben.“ Das Gesims wird ausgebessert, die Fassade gewaschen. Das wird die Gemeinde etwa 125.000 Euro kosten. Weitere 12.000 Euro können noch dazukommen, da auf einer anderen Seite des Gebäudes ebenfalls saniert werden muss. „Das müssen wir aber erst mit dem Bundesdenkmalamt absprechen“, sagt Hogl.

SPÖ-Mandatar Gerhard Sklenar ist nicht sonderlich erfreut, dass die insgesamt 26 Fenster auf der Westseite, also jener, die dem Hauptplatz zugewandt ist, nicht getauscht werden dürfen. Laut BDA seien diese „noch nicht in so schlechtem Zustand“, wie Hogl ausführt, und müssen daher erhalten bleiben. Kostenpunkt: 40.000 Euro. „Es regnet schon hinein, wir können ja Schaffl kaufen“, scherzt Sklenar über den Zustand der Fenster. Dennoch stimmte seine SPÖ mit den anderen Mandataren für die Sanierung der Fassade auf der Westseite, nur ÖVP-Gemeinderat Günther Rohrer enthielt sich.

Das tat er auch, als es um die Sanierung des Gemeindesaals drehte. Hier geht es um knappe 480.000 Euro. Enthalten sind Baumeisterarbeiten, Glaser, Steinmetz, Maler, Fliesenleger und weitere Gewerke. Und: 40 Klapptische und 120 Stühle.

Die genaue Aufstellung der Kosten begrüßte Sklenar, allerdings: „Der nächste Nachtragsvoranschlag ist vorprogrammiert, die Zahlen stimmen nicht. Da fehlen 50.000 Euro!“ Hogl gab zu, dass nach der Erstellung des ersten Nachtragsvoranschlags einige Dinge dazugekommen seien, die sich nun in der Aufstellung wiederfinden.

Zu wenig Tische und Stühle kalkuliert?

Was den Sozialdemokraten noch stutzig machte: „Wir haben jetzt 300 Sessel und 60 Tische. Die brauchen wir!“, würde die Gemeinde mit der angegebenen Anzahl nicht auskommen. Vizebürgermeisterin Annemarie Maurer (ÖVP) erklärte den Hintergrund: Die Gemeinde will eine Leaderförderung für die Möbelstücke lukrieren, um diese zu erhalten, dürfe man Tisch und Co. aber nicht vorher ankaufen. „Wenn wir die Förderung nicht bekommen, brauchen wir die 300 Sessel aber trotzdem!“, mahnte Adolf Zahlbrecht (parteilos), der über solche Kalkulationen gern früher informiert werden würde.

Er stimmte, wie sein freiheitlicher Sitznachbar und die Mandatare der ÖVP – bis auf Rohrer – für die Sanierung des Saals und den Ankauf der Möbel. Die SPÖ stimmte dagegen, weil die Fraktion den falschen Zahlen nicht ihre Zustimmung erteilen wollte.