Erstellt am 29. Januar 2013, 00:00

Vor Kältetod gerettet. Filmreife Aktion / Skifahrerin brach sich in Unterparschenbrunn den Knöchel und lag hilflos im Schnee. Mädchen hörte Hilferufe.

Rettungsaktion mit Schlitten: Johanna Ehn, Anna Scharinger, Janine und Carola Rabl-Schuller sowie Ortsvorsteher Johann Ehn leisteten ganze Arbeit bei der Rettung von Berta Starch. Wilder  |  NOEN
Von Albert Wilder

UNTERPARSCHENBRUNN, GÖLLERSDORF / Am vergangenen Samstag wurde die junge Unterparschenbrunnerin Janine, Schülerin der Mittelschule Göllersdorf, von ihrer Mutter gebeten, den Müll hinauszutragen. Dass mit dieser lästigen Pflicht eine beinahe filmreife Rettungsaktion begann, konnte sie nicht ahnen.

Vor der Haustüre hörte das Mädchen plötzlich Hilferufe aus weiter Entfernung. Janine erzählte ihrer Mutter Carola Rabl-Schuller sofort davon. Geistesgegenwärtig begann diese mit der Suche und konnte, nachdem sie den halben Ort abgegangen war, in rund 500 Metern Entfernung eine verletzte Person auf einem steilen Ackerstück am Ortsende Richtung Stranzendorf ausfindig machen.

Berta Starch aus Schmida (Bezirk Korneuburg) lag mit einem gebrochenen Knöchel im Schnee und bangte bei minus acht Grad um ihr Leben. „Sie sagte, dass sie bereits eine Viertelstunde um Hilfe gerufen hatte“, so Carola Rabl-Schuller.

Am nächsten Tag zeigten die Spuren im Schnee, dass Berta Starch ihre Schuhe am Fuß des Hügels abgestellt hatte und auf Skiern älterer Bauweise den steilen Acker hinaufgestiegen war. Oben drehte sie um und fuhr wieder hinunter. Dabei kam sie zu Sturz und brach sich den rechten Knöchel. Sie hinterließ ihre Skier, Skistöcke und Skischuhe und rutschte dann rund 30 Meter den Hang weiter hinunter, während sie verzweifelt um Hilfe rief.

Einstweilen verständigte Anna Scharinger, alarmiert von Carola Rabl-Schuller, den Ortsvorsteher von Unterparschenbrunn, Johann Ehn. Dieser hielt Ausschau nach den Rettern, die Berta Starch bereits auf einer Rodel zogen, und wies der Rettung den Weg.

„Ich fuhr ein paar Mal auf und ab, ehe ich Anna Scharinger mit ihrer Kopflampe entdeckte“, schildert Ehn. „Ich will eure Adresse haben, damit ich mich bedanken kann“, sagte die Verletzte zu ihren Rettern. Der gebrochene Knöchel musste operiert werden.