Die Kraft von Obst & Gemüse: Buntes Essen schützt vor Krankheit

Die Ernährungswissenschaft spielt in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle. Das Wissen über Nährstoffe und Nahrungsaufnahme erweitert sich ständig. Expertin Nicole Seiler hielt im Pernersdorfer Dorfhaus einen inspirierenden Vortrag zum diesem Thema.

Erstellt am 26. Oktober 2021 | 18:24
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Andrea Bayer, Markus Stangl, Friederike Schnepf, Christine Sturm, Ernst Lang, Nicole Seiler, Norbert Bauer.
Foto: Romana Schuler

Die Ernährungswissenschaft weiß über die Wirkungen und das Zusammenspiel von Vitaminen, Spurenelementen, Zucker und Kohlenhydraten. Es ist möglich geworden, individuelle Diätpläne zu erstellen und an die Beschwerden jedes Einzelnen anzupassen. Beim Vortrag von Nicole Seiler, organisiert von der Österreichischen Gesundheitskasse in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pernersdorf, standen Obst und Gemüse im Mittelpunkt. 

Seiler wies zunächst auf Altbekanntes hin: Obst und Gemüse sind gesund. Trotzdem wird nicht allzu viel davon gegessen. Der Untertitel des Vortrages lautete: "Fünf Mal Obst und Gemüse am Tag". Doch was bedeutet dieses „fünf Mal täglich“? „Genauer gesagt geht es gar nicht um die fünf Mal, sondern eigentlich geht es um die Menge der fünf Portionen am Tag“, erklärte die Ernährungswissenschaftlerin.

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Wer schafft 800 Gramm täglich?

Die Welternährungsorganisation (FAO) hat in ihren Empfehlungen Mindestmengen des Obst- und Gemüseverzehrs festgelegt: 600 Gramm pro Tag für Erwachsene werden für ausreichend angesehen, ideal wären 800 Gramm am Tag. Obst und Gemüse haben aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sehr positive Effekte auf unsere Gesundheit. „Das fängt bei der Verdauung an und geht bis hin zur Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Und dann gibt es noch einen großen Vorteil: Fast alle Sorten von Obst und Gemüse haben wenig Kalorien“, erläuterte Sailer. 

Eine Portion für einen Erwachsenen entspricht ungefähr einer Handvoll der jeweiligen Obst- oder Gemüsesorte, doch es kommt natürlich auch auf die Zubereitung an. Champignons wären ja im Prinzip sehr gesund, aber wenn man sie auf „gebackene Art“ verspeist, ist der rein gesundheitsfördernde Aspekt dahin.

"Schwarzwurzeln total unterschätzt"

Die Expertin ging bei ihrem Vortrag dann auf die Hauptvitamine ein. „Vitamine sind immer positiv besetzt.“ Will man sie im Obst oder Gemüse erhalten, muss man vorab unterscheiden, ob es sich um wasser- oder fettlösliche Vitamine handelt. Das bekannte wasserlösliche Vitamin C verliert bei zu viel Hitze seine guten Eigenschaften. Eine rohe rote Paprikaschote liefert den Tagesbedarf von Vitamin C. Seiler empfiehlt auch die Hagebutten, die man im Winter nach dem ersten Frost in der Natur ernten kann. 

Von den Fettlöslichen sind die Vitamine A, E, D und K besonders wichtig, sie können vom Körper gespeichert werden. Den Vitamin-A-Bedarf kann man mit zwei Karotten am Tag abdecken. Schwarzwurzeln sind sehr gute Vitamin-E-Lieferanten. „Leider sind sie etwas in Vergessenheit geraten. Ein total unterschätztes Gemüse!“, betonte Seiler. Vitamin D ist vor allem in Pilzen enthalten. In grünem Gemüse, wie Kohlsorten und Wintersalaten, ist vor allem die Folsäure von Bedeutung, die vom Körper für die Zellteilung benötigt wird. Es liefert auch viel Vitamin K, das für die Blutgerinnung wichtig ist. Wer blutverdünnende Medikamente einnehmen muss, sollte die Dosierung mit dem Arzt absprechen.

Der Vitaminbedarf hängt generell vom Lebensstil ab. Seiler empfiehlt Hochleistungssportlern oder Rauchern eine höhere Aufnahme von Vitaminen.

Bei Eisenmangel: Kein Kaffee nach Gemüse-Genuss

Gemüse ist zudem eine wertvolle Quelle von Spurenelementen. Kalium ist fast in allen Gemüsesorten enthalten. Es ist der Gegenspieler von Kochsalz, hat entwässernde Wirkung und senkt den Blutdruck. Magnesium ist in Erbsen, frischen Feigen und Bananen zu finden. Es sorgt für die Entspannung der Muskulatur - und das nicht nur in den Skelettmuskeln, sondern auch beim Herzmuskel und der Darmmuskulatur. Eisen ist vor allem für Frauen ein Thema und für die Blutbildung relevant. Es ist vor allem in allen roten Nahrungsmitteln enthalten, aber auch im Spinat. 

Dazu hatte Seiler ein paar wertvolle Tipps für die Zubereitung parat: Wenn man zum Beispiel den Spinat mit Rahm verfeinert, verdrängt das Kalzium der Milch das Eisen. Oder: Wenn man an Eisenmangel leidet, sollte man nach einer eisenhaltigen Gemüsemahlzeit keinen Kaffee trinken.

Am Ende riet Seiler, am besten „bunt“, wie die Farben des Regenbogens, zu essen.