Walter Naderer macht Schluss mit Stronach. Nach Vertrauensbruch / Stronach warf Landesrätin und Klubobmann aus der Partei und bestimmte über Naderer in dessen Abwesenheit.

Erstellt am 03. Dezember 2013 (23:59)
Walter Naderer
NOEN, Daniel Schaler
Von Christoph Reiterer

„Aus momentaner Sicht muss ein Wunder passieren, dass ich in dieser Bewegung weiter tätig bin“, sagte Walter Naderer am Freitag. „Ich erkläre der NÖN exklusiv meinen Austritt aus dem Team Stronach“, sagte der Landtagsabgeordnete aus Limberg am Montagmorgen. Nachdem sich die Ereignisse in der Partei wieder einmal überschlagen hatten, ist der endgültige Bruch nun perfekt.

Walter Naderer befand sich während der Sitzung des Bundesparteivorstandes bei einem Kieferchirurgen in Sopron und war selbst für Frank Stronach nicht erreichbar, als Ernest Gabmann jun. und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger aus der Partei ausgeschlossen wurden. Wegen parteischädigenden Verhaltens. „Ich war eingeladen, aber ich dachte, es geht um neue Statuten“, sagt Naderer.

x
NOEN, Daniel Schaler
Dass er sich künftig verstärkt in den Organisationsaufbau einbringen und politische Projekte führen werde, erfuhr er von der NÖN. Das habe man über seinen Kopf entschieden.

„Wenn wir den Übergang von einer am Gründer orientierten Bewegung hin zu einer Partei mit basisdemokratischer Struktur nicht schaffen, dann sind wir Geschichte“, erklärt Naderer. Und nach einem persönlichen Gespräch mit dem Mäzen stand für den Abgeordneten fest: „Als Laufbursche werde ich nicht zur Verfügung stehen, möge ich noch so viel bezahlt bekommen.“

Allianz der freien Mandatare fortsetzen

Nachdem er beinhart übergangen worden sei, ziehe er nun den Schlussstrich. Das Team Stronach als Partei mit basisdemokratischer Struktur sei eine Option gewesen. „Das Team Stronach als Konzern mit der Rechtsberatung eines dilettantischen Ex-Ministers ist keine Option.“

Die Art und Weise, wie man die drittstärkste Fraktion im Landtag demoliere, sei für ihn befremdend. Mit seinen verbliebenen Mitstreitern will Naderer seine politische Arbeit nun in einer Allianz der freien Mandatare fortsetzen. Die Einladung von BZÖ-Chef Gerald Grosz, in dessen Bewegung mitzumachen, lehnte der Kfz-Unternehmer ab: „Wenn ich schon politisches Treibgut bin, dann suche ich mir eine Boje mit Anker.“