Wandern, über die Grenzen hinweg. Das 20-jährige Jubiläum der Silvesterwanderung im Nationalpark Thayatal ist zugleich der Auftakt für den Programmschwerpunkt „30 Jahre Grenzöffnung“.

Von Sandra Frank. Erstellt am 28. Dezember 2018 (05:00)
NPTT/Lazarek
Bei der Hardegger Warte haben die Wanderer eine wunderbaren Ausblick auf die Stadt Hardegg.

20 Jahre schon findet die Silvesterwanderung im Nationalpark Thayatal statt: Die Initiative geht auf den Retzer Konditor Felix Wiklicky zurück. Der Grenzübergang über den Fluss Thaya wurde extra für diesen Anlass im Winter hinüber nach Tschechien geöffnet. Er und viele andere bewahrten den Pass mit dem Stempel aus dem Jahr 1998 auf. 

Vieles hat sich seither geändert: Das Überqueren der Staatsgrenze ist heute jederzeit möglich und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist im Thayatal gelebter Alltag, schließlich verbinden zwei Nationalparks die beiden Länder Österreich und Tschechien.

Großes Jubiläum 2019: 30 Jahre Grenzöffnung

Felix Wiklicky
Erinnerungen aus dem Jahr 1998: Felix Wiklicky bewahrte seinen Pass mit dem Stempel auf.

2019 ist daher ein großes Jubiläumsjahr: Die Nationalparks feiern „30 Jahre Grenzöffnung“. „Dazu wird es einen umfangreichen Themenschwerpunkt bei den Besucherangeboten geben“, gibt Direktor Christian Übl, gerade erst in seiner Funktion bestätigt, bekannt.

Geplant sind gemeinsame Exkursionen, eine „Tschechische Woche“ und „Österreich-Tage“, eine Ausstellung über die Geschichte und die aktuelle Zusammenarbeit und die Beteiligung an einem grenzüberschreitenden Stadtfest in Hardegg. Auftakt ist bereits der 31. Dezember, hier wird zur Silvesterwanderung eingeladen. Treffpunkt ist um 14 Uhr bei der Thayabrücke in Hardegg.

Wandern zum Eisernen Vorhang

Zur Einstimmung auf das Jubiläum führt die Wanderung wie vor 20 Jahren über die Thayabrücke hinüber nach Tschechien und hinauf zur Hardegger Warte mit Ausblick auf die kleinste Stadt Österreichs. Zwei verschiedene Routen stehen zur Auswahl, beide führen durch den stillen Nationalpark-Wald. 

Wer Lust hat, kann auch bis nach Čížov wandern, wo ein letztes verbliebenes Stück des Eisernen Vorhanges erhalten geblieben ist. Nationalpark-Ranger begleiten die Tour. Wiklicky versorgt die Teilnehmer mit kleinen Schmankerln, wärmenden Getränken und Sekt zum Anstoßen.

NPTT/Übl
Dieses Bild auf der Thayabrücke entstand bei der Silvesterwanderung 2006.

Kooperationen über Staatsgrenzen hinweg

Passend zum Jahreswechsel blicken die beiden Nationalparks auf eines der intensivsten Jahre ihrer grenzüberschreitenden Kooperation zurück, die in zwei Projekten die gemeinsame Forschung weiter ausbauen konnten. „Connecting Nature“ wird an der Untersuchung und Förderung der Artenvielfalt ihres Naturraumes gearbeitet. „Thaya2020“ wird die Gewässerökologie der Thaya analysiert und verbessert: Die Verwaltungen ließen beispielsweise einen grenzüberschreitenden Laichplatz aufschütten. 

Die Besucherangebote wurden weiter ausgebaut, erstmals gestaltete Podyjí ein Spezialprogramm für österreichische Besucher. Einen besonderen Höhepunkt erlebte die Zusammenarbeit beim TransParcNet-Meeting 2018 in den Nationalparks Thayatal und Podyjí, bei dem über 70 Teilnehmer aus 14 europäischen Ländern ihre Erfahrungen in der grenzübergreifenden Kooperation austauschten.

Jahresprogramm wird bei Silvesterwanderung präsentiert

Die Partnerschaft wird 2019 ihre Fortsetzung finden, versichert Übl. Und das findet sich im Jahresprogramm 2019 mit gemeinsamen Veranstaltungen wieder, das bei der Silvesterwanderung präsentiert werden wird. Mehr Gesundheitsangebote sind darin zu finden und das Thema „Wildkatze“ kommt nicht zur kurz: Schließlich hat der Naturschutzbund die Samtpfote zum „Tier das Jahres 2019“ erkoren.