Wasser-Problematik löste viel Kritik aus. Seit dem Wochenende ist die Lage stabil, nachdem zwei Pumpen auf einmal defekt waren. SPÖ hätte anders reagiert.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 17. Juni 2014 (10:23)
NOEN, FF
Mit Tankwägen und freiwilligen Helfern wurde die Wasserversorgung gesichert. Für Anrainer war das natürlich eine Belastung. Foto: FF
Mangelnde Informationspolitik, Überheblichkeit, Konzeptlosigkeit, Schönfärberei: Durch den drohenden Engpass in der Wasserversorgung haben sich die Verantwortlichen der Stadtgemeinde in den letzten Tagen einiges anhören müssen. Immerhin: „Die Lage ist jetzt wieder stabil“, konnte Stadtwerke-Chef Thomas Bauer nach einem rastlosen Pfingstwochenende am Montag verkünden.

„Es handelt sich um ein rein technisches Problem“

„Nicht Wasser sparen, aber sorgsam damit umgehen.“ Nicht nur über diese zweideutige Aussage, sondern auch über den nächtlichen Lärm der tonnenschweren Lkws, mit denen der Hochbehälter Magersdorf auf Niveau gehalten wurde, und über die nun nicht mehr vorhandene Gaisberg-Allee wurde heftig diskutiert.

Die SPÖ klinkte sich ein. „Ich verstehe die Information der Wasserwerke an die Bürger nicht. Sie ist nicht nur absolut unvollständig, sondern verunsichert die Bürger auch noch. Die glauben jetzt, wir haben kein Trinkwasser mehr, nur weil es ein paar Tage warm ist“, wunderte sich Fraktionschef Werner Gössl über das Flugblatt, das vergangen Woche an die Haushalte erging.

Tatsache sei, dass die Brunnen der Stadtgemeinde über ausreichend Wasserreserven verfügen würden. „Es handelt sich um ein rein technisches Problem. Die Pumpe ist kaputt.“

Es wäre überhaupt kein Problem gewesen, eine Pumpe für die Notversorgung bereitzustellen, erklärte Gössl, der Inhaber der Pumpenfirma Sivag in Hollabrunn ist. „So eine Pumpe ist in zwei Tagen fertig – wenn man will“, sagt Gössl. Tatsächlich habe die Stadtgemeinde erst am Dienstag nach Pfingsten mit seiner Firma Kontakt aufgenommen. Ob man sich auch die vielen Nachtschichten, die die Feuerwehrmänner und Freiwillige schieben mussten, da Tank-Lkws rund um die Uhr im Einsatz waren, hätte sparen können? „In diesem Ausmaß – auf jeden Fall“, meint Gössl.

Pumpe im Steinfeld hat neuen Motor

Der Stadtwerke-Chef ärgert sich über die Kritik, denn man habe sich sehr wohl den Kopf zerbrochen, wie die Situation am besten zu lösen sei. Und die Situation, dass bei heißem Wetter zwei Pumpen gleichzeitig den Geist aufgeben, sei einfach nicht vorherzusehen gewesen.

Stabilisiert hat sich die Lage nun deshalb, weil bei der defekten Pumpe im Steinfeld der Motor getauscht werden konnte. Bitter: Eigentlich sollte dort bereits eine neue Pumpe laufen, doch die deutsche Firma, die eine Lieferzeit von zwei Wochen versprochen hatte, hielt den Termin nicht. Dennoch: Die Tankwägen, die rund um die Uhr im Einsatz waren, stehen seit Freitag still.

Klar ist auch, dass in Magersdorf eine Pumpe getauscht werden muss, die kaum mehr Leistung bringt. Das soll in den nächsten beiden Wochen geschehen.

„Man kann dort nicht irgendein Pumperl reinschmeißen“

„Wir haben alles Menschenmögliche gemacht, damit Hollabrunn kein Problem hat“, unterstreicht Thomas Bauer, der sich wie einige andere die Nächte um die Ohren geschlagen hat – und sich dennoch einiges anhören musste. „Man kann dort nicht irgendein Pumperl reinschmeißen. Ich kann nur jedem empfehlen, sich das vor Ort anzuschauen“, reagiert der Stadtwerke-Chef auf Gössls Aussage, dass hier eine bessere Notlösung zu finden gewesen wäre.

Der Hinweis der SPÖ, dass durch Verlegung einer Leitung vom Brunnen in Kleinstetteldorf auf den Magersdorfer Gaisberg die Problematik auf eine sanftere Weise zu lösen gewesen wäre, sei nicht realistisch durchführbar, so Bauer: „Eine 200er-Leitung über Stock und Stein – das soll mir jemand zeigen.“

Reservepumpen-Lagern als „zweischneidiges Schwert“

Angedacht worden sei eine Leitung von Schöngrabern in Richtung Suttenbrunn. Doch da hätte man lediglich eine Durchflussmenge von fünf Litern pro Sekunde zustande gebracht. „Die EVN hat davon abgeraten.“

Das Lagern von Reservepumpen sei ebenfalls ein „zweischneidiges Schwert“. „Bei längerer Lagerung werden meist die Lager in Mitleidenschaft gezogen. Und Pumpen in dieser Größe gibt es auch nicht lagernd“, erklärt Bauer.

Am 11. Juni wurde das Hollabrunner Trinkwasser übrigens untersucht. Ergebnis: „Alles komplett normal.“