Riepl: „Wenn's um die Sicherheit geht, wird gehandelt!“. Warum im Wasserpark so rasch Bäume gefällt werden mussten, das erklärten zwei Experten, die über Eschentriebsterben und Borkenkäfer sprachen.

Von Sandra Frank. Erstellt am 15. September 2017 (10:25)
Sandra Frank
Bezirksförster Rupert Klinghofer (2.v.r.) und Heino Konrad vom Institut für Waldgenetik (3.v.r.) klärten über Eschentriebsterben und Borkenkäferbefall auf.

„Das ist ein ernstes Thema, da gibt es keinen Spielraum für Spekulationen“, sprach VP-Stadtrat Karl Riepl von der Notwendigkeit, die Bäume im Hollabrunner Wasserpark zu fällen. Diese Maßnahme sorgte bei der Bevölkerung, aber auch bei der Opposition für einen Aufschrei, denn niemand sei im Vorfeld darüber informiert worden ( die NÖN berichtete, siehe hier und unten).

Diese Information wurde nun nachgeholt: Am Donnerstagabend sprachen die beiden Experten, Heino Konrad vom Institut für Waldgenetik und Bezirksförster Rupert Klinghofer, über das Eschentriebsterben und den Borkenkäferbefall.

Sitzungsaal im Rathaus fast vollständig besetzt

Der Große Sitzungsaal im Hollabrunner Rathaus war nahezu vollbesetzt, nicht zuletzt deswegen, weil auch ein Großteil der Gemeinderäte beim Infoabend erschien.

Konrad sprach darüber, wie das Eschentriebsterben erkannt werden kann und welche Auswirkungen es auf die Bäume hat. Grundsätzlich rät er dazu, gesunde Bäume zu erhalten, betont aber: „Weg mit den Bäumen, wenn die Sicherheit gefährdet ist.“

Klinghofer ergänzt: „Hätte man die gesunden Bäume im Wasserpark frei stehen gelassen, wären sie erst recht zu Gefahr geworden.“ Denn die Bäume würden sich gegenseitig schützen, seien einander gewöhnt.

Thompson: „Mir wurde nur ein kranker Baum gezeigt!

Denis Thompson, Gemeinderat der Grünen, war Ende August im Wasserpark unterwegs, als er auf Männer traf, die sich die Bäume ansahen. „Sie haben mir einen kranken Baum gezeigt. Dass der weg muss, ist klar, aber die anderen?“, stellt er den Kahlschlag im Wasserpark infrage.

„Es waren 80 Prozent der Bäume befallen“, informiert der Bezirksförster. Bis sich die Pflanzen alle im „Endstadium“ befänden, so lange hätte er nicht warten können.

„Wenn man die Verantwortung übernehmen muss, dann überlegt man nicht, dann handelt man“, beantwortete Riepl die Frage, weshalb die Info-Veranstaltung nicht vor den Schlägerungen stattgefunden habe. Im Wasserpark seien Bäume umgefallen, die habe man sich angesehen und festgestellt: „Es brennt an!“ 

„Danke, dass das Sicherheitsdenken da ist“

Klinghofer unterstützte den Stadtrat: Die Arbeiten im Wasserpark seien für den Winter geplant gewesen. Doch die Schule – die HLW grenzt an den Wasserpark an – habe die Gemeinde aufmerksam gemacht, dass es kranke Bäume gebe. „Das Risiko war zu groß“, erklärt der Bezirksförster, warum von einer Sperre des Wasserparks abgesehen und die Bäume noch vor Schulanfang gefällt wurden.

„Danke, dass das Sicherheitsdenken da ist“, ist zumindest ein Anrainer über die Vorgangsweise erfreut. Er versteht, weshalb die Infoveranstaltung nicht schon im Vorfeld stattgefunden hat: „Weil die Bäume dann zwar noch stehen würden, aber mit einem Sicherheitsrisiko. Das brauch‘ ma nicht.“ Eine Sperre des Wasserparks hätte aus seiner Sicht nichts gebracht: „Die Kinder gehen da ja trotzdem hinein.“ Und das wäre gefährlich geworden.

Dennoch kam eine Anrainerin nicht umhin, das „schiefe Licht“ anzusprechen, welches dadurch entstanden sei, dass zuerst gehandelt und dann informiert wurde. „Ich habe mir die Diskussionen im Vorfeld erspart, weil sie sinnlos sind. Ich würd’s wieder so machen“, betonte Riepl, dass er lieber im Nachhinein diskutiere, bevor etwas passiere.
Derzeit werden die Eschen im Stadtgebiet, etwa in der Brunnthalgasse, wo sich ein Kindergarten befindet, überprüft.

Peter Tauschitz, Gemeinderat der SPÖ, wollte wissen, wie Private vorgehen sollen, ob diese sich an die Gemeinde wenden können, damit diese die Bäume überprüfe. „Wir können auf der Homepage der Gemeinde Kontaktadressen auflisten“, schlug VP-Gemeinderat Markus Mihle vor. Denn die Kapazitäten der Gemeinde seien nicht so groß, um auch private Bäume zu begutachten.