Weinschlössl: „Der Standort ist nicht unmöglich“. Touristiker über das Restaurant: Griebler bedauert Polaks Rückzug. Weitschacher bleibt optimistisch.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 01. Mai 2015 (06:25)
NOEN, Petr Blaha
Patricia und Julius Polak haben mit 1. April den Vertrag mit der Althof GesmbH gekündigt und werden - nach der sechsmonatigen Kündigungsfrist - im September das Weinschlössl verlassen. Foto: Blaha
Dass die Polaks das Weinschlössl verlassen, wird einerseits als beunruhigende Entwicklung gesehen; auf der anderen Seite ist man zuversichtlich, dass ein Nachfolger gefunden werden kann.

Schüller und Schneider verlassen Schlosskeller

„Grundsätzlich geht‘s in die falsche Richtung, aber ich gehe davon aus, dass sich jemand finden wird“, malt Hannes Weitschacher, Geschäftsführer der Weinviertel Tourismus GmbH, nicht den Teufel an die Wand. „Der Standort ist schwierig, aber nicht unmöglich.“

Die Gastronomie habe sich seines Erachtens in den letzten Jahren sehr entwickelt, etwa mit Pollaks Retzbacherhof oder dem Weindomizil der Hagns in Mailberg. „Und das geht wirklich gut.“

Zwei Hauben verliert übrigens die Gemeinde im Pulkautal: Christoph Schüller und Verena Schneider verlassen mit Ende des Jahres den Schlosskeller, möchten sich aber im Weinviertel etwas Neues suchen.

„Sie haben eine andere Vorstellung über den Betrieb als der Eigentümer“, erklärt Weitschacher. Ihnen schwebt eine noch exklusivere Gastronomiestätte vor. „Wo wir können, werden wir unterstützen“, lässt er niemanden in Stich.

„Es ist immer schlecht, wenn jemand zusperrt“ 

„Ich gebe offen zu: Es ist immer schlecht, wenn ein gutes Geschäft – in diesem Fall ist es ein Gastronomiebetrieb – zusperrt“, bedauert Reinhold Griebler, Geschäftsführer der Retzer Land GesmbH.

Er weist jedoch zugleich auf Positivbeispiele hin: Das Hotel „Althof“ stehe kurz vor der Errichtung des Vino Spas und möchte mit Winzerzimmern auf sich aufmerksam machen. Die Gössls übernahmen die Bar im Weinquartier und die Jugend hat mit der Hirsch-Disco ein Fortgehlokal. „Wir sind in der touristischen Entwicklung ganz gut drauf“, ergänzt Griebler.

Jetzt gilt es, einen Nachfolger fürs Weinschlössl zu finden: „Wir sind mitten in den Verhandlungen“, berichtet Karl Burkert, Geschäftsführer der Althof GesmbH. Einige Gastronomen auf unterschiedlichem Niveau hätten Interesse bekundet.

Die Bedingungen sollen leistbar sein und sich an örtliche Begebenheiten richten. „200 Euro auf oder ab ist nicht wirklich für den Erfolg des Geschäfts entscheidend.“ Er ist zuversichtlich, dass das Haus nicht leer bleibt. „Wir sind guter Dinge.“