Regionalbüro mit über 250 Projekten in 30 Jahren. Was das Regionalbüro Weinviertel in 30 Jahren alles auf die Beine gestellt hat, wurde beim Tag der offenen Tür in der Hollabrunner Bahnstraße vor den Vorhang geholt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. Dezember 2019 (07:46)
Abgeordneter Manfred Schulz, die Mitarbeiter Stefan Hiller und Waltraud Kober, Büroleiter Michael Staribacher, Mitarbeiterin Petra Thürr, Geschäftsführer Josef Breinesberger, Abgeordneter Richard Hogl
Agrar Plus

Am 1. Dezember 1989, gleichsam mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“, eröffnete der damalige Landesrat Franz Blochberger mit Landtagsabgeordnetem Franz Hiller das Regionalbüro der Agrar Plus GmbH in Laa an der Thaya.

Ziel war es, eine Stelle zu schaffen, die Innovationen im Weinviertel unterstützt. 30 Jahre später - mit zwischenzeitlicher Übersiedlung nach Hollabrunn - sprechen die Verantwortlichen von einer Erfolgsstory mit mehr als 250 realisierten Projekten.  

Bei einem Tag der offenen Tür im Regionalbüro Weinviertel in der Hollabrunner Bahnstraße stellten sich zahlreiche Gratulanten ein, darunter die Landtagsabgeordneten Richard Hogl und Manfred Schulz, mehrere Bürgermeister rund um Stadtchef Alfred Babinsky und Bezirkshauptmann Andreas Strobl.

Erste Tagung 1990 war zukunftsweisend

Geschäftsführer Josef Breinesberger aus St. Pölten verwies auf die erste Tagung im Februar 1990 unter dem Titel "Umweltschutz in Gemeinden", die zukunftsweisend für die weitere Arbeit im Weinviertel sein sollte. „Damals waren Innovationen und Umweltschutz noch Randthemen.“ Schulz betonte die Bedeutung von Institutionen, die den Menschen direkt vor Ort bei der Verwirklichung ihrer Ideen helfen.

Erster Projektbetreuer war Josef Rathbauer, der jetzt in der Bundesanstalt für Landtechnik in Wieselburg beschäftigt ist. Ihm folgte bereits 1991 Michael Staribacher, der seitdem das Regionalbüro leitet.

Erstes realisiertes Projekt war der NÖ Strohring, eine Vermarktungsplattform von Stroh nach Westösterreich. Weiters wurde 1991 der Weinmarkt in Laa eröffnet. Danach sei es Schlag auf Schlag mit vielen realisierten Projekten weitergegangen.

Viele Projekte mit Preises ausgezeichnet

Die Entwicklung der Kellergassenführer-Ausbildung mit mittlerweile über 600 Absolventen und die Gründung des "Bauernarnt" (Bauernladen, Heuriger und Fleischverarbeitung) in der Landwirtschaftlichen Fachschule Mistelbach nennt Staribacher als absolute Höhepunkte. Durch Mithilfe von Agrar Plus wurde die Weinstraße "Veltlinerland" gegründet und das „Weinviertel-Brot“ gemeinsam mit der GenussRegion Weinviertler Getreide entwickelt. Es wurden einige GenussRegionen gegründet und betreut sowie diverse Biomasse-Anlagen und Mikronetze mit engagierten Betreibern verwirklicht.

Projekte mit Partnern aus Deutschland und Tschechien wurden ebenso vom Weinviertel aus abgewickelt wie Initiativen für die AMA, wie etwa das Coaching zum AMA-Handwerksiegel oder zum AMA-Gastrosiegel.

Für die „Stadelakademie“ erhielt Agrar Plus den NÖ Kulturpreis, für die Kellergassenführer-Ausbildung den Weinviertler Tourismuspreis.

"Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist!" zitierte Staribacher schließlich Victor Hugo und unterstrich damit das Motto seines Teams: „Wir werden auch in Zukunft die innovativen Ideen im ländlichen Raum aufgreifen und Wirklichkeit werden lassen.“