Nächster Halt: Österreich-Urlaub. Langfristige Planungen sind schwierig. Kärnten, Salzburg und die Steiermark sind heuer beliebte Urlaubsziele.

Von Christiane Fürst. Erstellt am 18. Juli 2020 (03:13)
Ab in den See! So lautet das Motto der Urlauber in diesem Jahr. Ferienziele an Österreichs Gewässern liegen heuer voll im Trend.
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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen dem Tourismus sehr zu schaffen. Laut der Österreichischen Hoteliervereinigung sind im heurigen Sommer nur halb so viele Zimmer gebucht worden wie im letzten Jahr. Wie geht es jenen Betrieben, die diese Reisen vermitteln? Die NÖN sprach darüber mit Reisebüros im Weinviertel.

Reisebüros kämpfen derzeit mit „verhaltenen“ Buchungen und verunsicherten Kunden. Reservierungen sind vor allem Destinationen im Inland zu verzeichnen.
Beim Pulkauer Reisebüro Schneider Reisen (Bezirk Hollabrunn) habe sich die Buchungslage seit den Lockerungsmaßnahmen nicht wirklich verbessert. Das liege vor allem an der Unsicherheit der Kunden. Denn diese seien nach wie vor sehr vorsichtig und haben viele „Was wäre wenn?“-Szenarien im Kopf.

Als Beispiel führt Doris Gruber-Schneider die Situation der sporadischen Corona-Tests in Griechenland an: „Die Leute denken sich, wenn ich getestet werde und das Ergebnis positiv ist, muss ich dort länger bleiben oder in Quarantäne.“

Viele Kunden möchten auch gerne Informationen zur Situation im Herbst, die sie aufgrund der sich regelmäßig verändernden Empfehlungen und Regelungen in dieser Form vom Reisebüro nicht bekommen können. Deswegen sei es „momentan total schwierig“, langfristig zu planen und Reisen werden eher kurzfristig gebucht.


Südliche Bundesländer werden bevorzugt

Wenn gebucht wird, dann vor allem an Seen innerhalb Österreichs. Zu den beliebtesten Regionen zählen Kärnten, Salzburg und die Steiermark. Sollten es die Empfehlungen der Ministerien und Fachverbände zulassen, werden laut Gruber-Schneider im August und September auch vermehrt die Busreisen „wieder ins Laufen kommen“. Kurz- und Tagesreisen werden gerne gebucht.

Trotz allem sei das Unternehmen aus der buchungsfreien Zeit mit einem „blauen Auge“ davongekommen, was nicht zuletzt daran liegt, dass Schneider Reisen breit aufgestellt ist und im Linienverkehr und Taxibereich tätig ist.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei Busam Reisen aus Lassee (Bezirk Gänserndorf) ab. Wegen der großen Verunsicherung durch tägliche Änderungen sei das Interesse an Ausflugsfahrten seit Anfang März „schlagartig abgerissen“. Eine Besserung habe es bislang noch nicht gegeben.

Das betrifft etwa Grenzschließungen, regionale Virus-Ausbrüche, steigende Fallzahlen oder Meldungen über Ansteckungen in Urlaubsregionen. Daher würden sich derzeit keine speziellen Reiseziele als besonders beliebt herauskristallisieren. Allerdings habe das Unternehmen bereits vor der Coronakrise vermehrt auf Ziele in Österreich gesetzt; ein Trend, der wohl bestehen bleiben werde.

Aus wirtschaftlicher Hinsicht habe man auch hier das Glück, breit aufgestellt zu sein und so schwierige Phasen größtenteils unbeschadet überstehen zu können. Dennoch hofft Rudolf Busam jun. freilich auf einen „normalen Geschäftsverlauf“ für 2021.

Das Reisebüro TUI ReiseCenter Proksch mit Standorten in Gänserndorf und Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) habe laut Alfred Proksch ebenfalls mit einer noch „sehr verhaltenen“ Buchungslage zu tun. Aber es sei ein System für den Sommer 2021 aufgebaut worden, das es ermöglicht, Umbuchungen für diesen Zeitraum durchzuführen. So könne der Sommerurlaub für 2021 schon jetzt größtenteils gebucht werden. Im Vergleich zum Vorjahr hängen die Buchungen „weit zurück“, dennoch bleibt man im Unternehmen optimistisch, dass es „bald wieder anziehen wird“, denn Urlaub am Meer komme nicht außer Mode.

Wirtschaftlich sei man „ganz gut durchgekommen“, hoffe aber trotzdem, auch in Zukunft auf treue Stammkunden zählen zu können. Die beliebtesten Reisen seien aktuell schwierig abzuschätzen, aber voraussichtlich werden, wie schon vor der Corona-Pandemie, die Destinationen Griechenland und Spanien zu den Favoriten zählen. Die Unsicherheit der Kunden sei natürlich teilweise noch zu bemerken, aber es wird in den Zielgebieten versucht, dass die Gäste einen schönen Urlaub verbringen können.