„Es war furchtbar“: Hogl über Verkehrsbeschränkung. Richard Hogl hatte Kontakt mit Covid-positivem Mandatar.

Von Sandra Frank. Erstellt am 24. September 2020 (04:12)
Richard Hogl durfte bis Sonntag keine Veranstaltungen besuchen.
NOEN

Eine sogenannte „Verkehrsbeschränkung“ wurde vergangene Woche über den ÖVP-Landtagsklub verhängt, da ein Abgeordneter, Karl Moser, positiv auf Corona getestet worden war.

Das bedeutete auch für den umtriebigen Landtagsabgeordneten aus dem Bezirk, Richard Hogl, dass er sich bis einschließlich Sonntagabend nur eingeschränkt bewegen durfte.

„Es war furchtbar“, so Hogls erster Gedanke, als er von dem Coronafall erfuhr. Dabei schwang natürlich die Angst mit, selbst infiziert zu sein. Den Coronatest habe er am Montag gemacht, am nächsten Tag war bereits das negative Testergebnis da.

Dennoch schärfte ihm die Bezirkshauptmannschaft ein, dass er keine Veranstaltungen besuchen dürfe. „Ich durfte einkaufen gehen – mit Maske –, aber nicht ins Wirtshaus.“ Für den geselligen Landtagsabgeordneten waren das harte Auflagen. Er gibt zu, dass ihm das Daheimbleiben leichter gefallen ist, weil nun allgemein die Maßnahmen wieder verschärft werden. „Das Wochenende davor wäre bitter gewesen.“

„Man wird schon nachdenklicher, wenn es einen selbst betroffen hat.“ ÖVP-LandtagsabgeordneterRichard Hogl durfte eineWoche nur eingeschränkt das Haus verlassen.

Während der Verkehrsbeschränkung war Arbeiten erlaubt: „Am Montag bin ich noch daheimgeblieben“, hat der Wullersdorfer Bürgermeister das Ergebnis des Coronatests abgewartet. Auch seiner Lebensgefährtin, der Nappersdorf-Kammersdorfer Vizebürgermeisterin Maria Kappe, blieb er in der Zeit der Ungewissheit fern.

Sobald das negative Ergebnis auf dem Tisch lag, ging er wieder ins Gemeindeamt; einige Dinge müssen vor Ort erledigt werden. Da saß Hogl aber allein in seinem Büro. „Wenn jemand etwas wollte, habe ich die Maske aufgesetzt und wir haben uns auf Distanz unterhalten“, betont der Gemeindechef, sich an alle Maßnahmen gehalten zu haben. Vieles habe er telefonisch erledigen können.

Dass er nicht ins Wirtshaus und zum Heurigen gehen durfte, kompensierte Hogl mit Zeit in der Natur. Er ging walken und jagen („Ich habe mich extra erkundigt, ob ich das darf.“). Einmal sei er bereits um 5 Uhr in der Früh zur Jagd ausgerückt.

Einen Matchball, den Hogl seinen Wullersdorfer Kickern spenden wollte, musste er auf Oktober verschieben. Denn den Ankick will er selbstverständlich selbst durchführen. „Wir haben eh nur 1:1 gespielt, vielleicht hätten wir mit meinem Ball doch gewonnen“, scherzt er.

Hogl war nur einige Tage in dieser abgeschwächten Form der Quarantäne, sagt aber: „Es ist schon komisch, wenn du allein betroffen bist und nicht zum Heurigen mit kannst.“

Mit Karl Moser selbst hatte er wenig Kontakt: „Wir haben uns gegrüßt, mit dem Ellbogen, aber dann bin ich weiter weg gesessen“, erinnert sich der Landtagsabgeordnete. Er ist froh, dass bei der ÖVP-Landtagsklubsitzung alle Maßnahmen korrekt eingehalten worden sind. So wurde eine weitere Ausbreitung des Virus vermieden.

An seinem ersten Tag in Freiheit war Hogl bereits wieder in St. Pölten unterwegs. „Man wird schon nachdenklicher, wenn es einen selbst betroffen hat“, bleibt der Abgeordnete sicherlich noch eine Weile auf Abstand zu seinen Mitmenschen.